Manga Day in Stuttgart Buchläden verschenken Comics

Ein Manga aus Bönnigheim Foto: Altraverse

Es ist die Erfolgsgeschichte des Buchhandels: Mangas haben längst Deutschland erobert. In Millionenauflagen werden die Bildergeschichten verkauft. Am Samstag werden sie sogar verschenkt, beim Manga Day.

Man braucht zunächst eine Gebrausanweisung. Wer erstmals einen Manga in die Hand nimmt, wundert sich: Er wird von hinten nach vorne gelesen. So wie in Japan. Von dort kommen die Comics, die den Buchmarkt aufmischen. Und die nun beim Manga Day gefeiert und verschenkt werden, auch in mehreren Läden in Stuttgart.

 

Hohe Auflagen

In den letzten Jahren sind die Umsätze mit Mangas im deutschsprachigen Markt im um etwa 70 Prozentgestiegen. Um mal eine Größenordnung zu nennen: Von „Dragon Ball“ hat der Carlsen Verlag 8 Millionen Stück verkauft. Beim Ludwigsburger Verlag Cross Cult haben sie Auflagen von 50 000 Stück je Buch, eine enorme Zahl in einem Markt, wo normalerweise 5000 Stück für einen gutverkauften Comic üblich sind.

Wer macht mit?

Cross Cult hat im Milaneo in Stuttgart einen Laden nur für Mangas eröffnet. Dort wie auch bei den Filialen von Osiander, Wittwer-Thalia und dem Botnanger Buchladen macht man mit beim Manga Day. Doch es gibt noch mehr Bezüge ins Schwäbische. Neben Cross Cult sind Manga vom Stuttgarter Verlag Panini und vom Frechverlag/Topp aus Gerlingen mit dabei.

Grimms Erben

Made in Hamburg und Bönnigheim ist „The Children of Grimm“. Eines der Hefte, die extra für den Manga Day herausgegeben und verschenkt werden. Autor ist Aljoscha Jelinek aus Hamburg und Zeichnerin Mareike Noske alias Blackii, die in Balingen aufgewachsen ist und in Bönnigheim lebt. Es ist dies der Anfang eines Epos. Kommendes Frühjahr soll der erste Band bei Altraverse erscheinen, fünf Bände sind geplant.

Boy träumt davon ein Held zu werden, doch erst einmal muss er in der Bäckerei seines Onkels Brötchen verkaufen. Er eifert begeistert jenen zwölf mächtigen Recken nach, die das Königreich Spectasia einst vor dem Untergang retteten. In der Geschichte tauchen viele Figuren aus den Grimmschen Märchen auf, nicht alle sofort erkennbar. Grimm 2.0.

Tränen für Hiroshima

Der erste Manga, der in Deutschland herausgegeben wurde, war 1982 „Barfuß durch Hiroshima – Eine Bildergeschichte gegen den Krieg“ von Keiji Nakazawa im Rowohlt Verlag. Ein vielfach preisgekrönter, hoch gelobter Manga, manchmal kaum erträglich. Die Geschichte basiert auf dem Leben Keiji Nakazawas, dessen Vater, Bruder und Schwester bei dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima ums Leben kamen. Das ist kein Kinderkram, das ist Literatur für Erwachsene.

Es wird gelesen

Man kann von Mangas halten was man möchte, muss aber feststellen, sie werden millionenfach verkauft, sie fesseln, sie sind gefragt, und gerade am Manga Day wird man merken, da sind Massen von jungen Menschen, sie lesen, ganz klassisch – auf Papier.

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