Marktzeit in Esslingen Vom Café-Betreiber zum Kaffeeröster

Rosario Rizza bietet auf dem Esslinger Wochenmarkt selbst gerösteten Kaffee und italienische Feinkost an. Foto: Ines Rudel

Rosario Rizza betreibt eine Kaffeerösterei in Ostfildern. Sein Vater hat sein früheres Café aufgegeben, um sich zusammen mit ihm ganz dem Rösten zu widmen. Ihre Produkte verkaufen die beiden auf dem Esslinger Wochenmarkt – und nicht nur dort.

Rosario Rizza ist einer, der Prioritäten setzt. Für ihn steht die Röstung seines Kaffees im Mittelpunkt seines Tuns. Darauf konzentriert sich der Jungunternehmer, der quasi im Café seines Vaters aufgewachsen ist. Das Café hat die Familie aufgegeben, um sich ganz der Verarbeitung der wertvollen Bohnen zu widmen. Am Stand auf dem Esslinger Wochenmarkt bleiben die Rizzas dieser Linie treu: Ein Heißgetränk bekommt man hier nicht – dafür aber selbst komponierte Mischungen frisch gerösteter Kaffeebohnen.

 

Seit 2018 mischt Rosario Rizza bei der Kaffeekomposition mit. Im Café der Familie hätten er und sein Vater gemerkt, dass ihre Röstungen gefragt sind, erzählt der 22-Jährige. „Wir haben gesagt: Wir haben ein gutes Produkt, wir konzentrieren uns jetzt darauf.“ Seither betreiben sie nur noch ihre kleine Kaffeemanufaktur im Ostfilderner Stadtteil Ruit – inklusive Online-Shop. „Es hat sich gut herumgesprochen, was für Kaffee wir machen“, sagt Rizza.

Werbung machten er und sein Vater nicht, dennoch expandiere ihr Geschäft stetig. Inzwischen dürften sie ihr Produkt in vier lokalen Supermärkten einer großen Kette anbieten, erzählt Rizza. Zudem seien sie auf 16 Wochenmärkten präsent – neben Esslingen unter anderem auch in Stuttgart, Ludwigsburg, Waiblingen und Schorndorf. Aber Esslingen gehöre zu seinen Lieblingsmärkten: „Hier sind die Leute sehr entspannt und freundlich, viel weniger verkrampft als anderswo“, findet der 22-Jährige. Auch die Kollegen an den anderen Ständen seien „super drauf“. Zudem hätten er und sein Vater hier viele Stammkunden: „Die kommen immer, auch bei Sturm, Schnee oder Hagel.“ Vor allem samstags sei der Markt richtig voll: „Da geht es hier richtig rund.“

Stände auf zig Wochenmärkten

Das Schöne auf dem Markt sei der direkte Kontakt mit den Kundinnen und Kunden, findet Rosario Rizza. Man komme ins Gespräch und könne Fragen direkt beantworten. Das sei viel persönlicher als beim recht anonymen Online-Geschäft. Manche Kunden könnten es kaum erwarten, wieder frischen Kaffee von ihnen zu bekommen.

Schließlich seien ihre Produkte durchaus besonders, so Rizza: „Unser Geheimnis ist eine sehr lange und sehr sanfte Röstung.“ Zudem rösteten sein Vater und er nur nach Bedarf. Anders als die Industrie, die die Bohnen oft verbrenne und zudem auf Masse setze. „Der industriell geröstete Kaffee liegt lange im Lager, das kann nicht das Gleiche sein“, so Rizza.

Rosario Rizza ist gelernter Grafik-Designer. Das habe nur auf den ersten Blick wenig mit seinem jetzigen Job zu tun, findet der 22-Jährige. Denn als Grafik-Designer sei er in der Lage, vieles für seine Firma selbst zu erledigen, das sei sehr hilfreich. So habe er etwa die Webseite selbst erstellt, ebenso den Online-Shop. „Ich bin in die Selbstständigkeit reingeboren“, sagt der Junior-Chef – schließlich sei sein Vater mit seinem Café auch immer schon selbstständig gewesen.

Italienische Feinkost als Ergänzung der Hauptsache

Am Stand der Rizzas auf dem Esslinger Wochenmarkt sind aber nicht nur die Bohnenmischungen für Espresso und Café Crema zu bekommen. Neben den Tüten mit dem schwarzen Etikett stapeln sich riesige Brote italienischer Art, umgeben von italienischer Feinkost wie Keksen, Olivenöl oder Sardellen. Die zugekauften Lebensmittel sollen aber nur eine kleine Ergänzung zur Hauptsache sein – denn im Mittelpunkt steht bei den Rizzas der selbst geröstete Kaffee.

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