Große Netze sichern die Fassade des Landgerichtsgebäudes an der Urbanstraße in Stuttgart. Sie sollen verhindern, dass sich Teile der Bauwerksverkleidung lösen und herabfallen. Auch im Inneren hat sich großer Sanierungsbedarf aufgestaut. Der soll in den kommenden Jahren abgearbeitet werden. Zuvor müssen allerdings die Mitarbeiter des Gerichts umziehen. Rund 450 Personen seien davon betroffen, erklärt Simon Schreiber, der Leiter der Stuttgarter Niederlassung des Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg, das die Landesimmobilien in Stuttgart unterhält.
Dazu zählen auch die Gebäude des Landgerichts in Stuttgart. Ein Umzug dieser Größenordnung verlangt nach viel Vorlauf. „Stand heute ist geplant, dass ab Ende 2024/Anfang 2025 mit den Umzügen begonnen wird“, sagt Schreiber.
Mehr als 400 Mitarbeiter müssen umziehen
Fünf Jahre lang soll das Landgericht im Ausweichquartier bleiben. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort ist das Land am Pragsattel im Schatten des neuen Porsche-Hochhauses fündig geworden. „Die interimistische Unterbringung für das Landgericht ist in der Maybachstraße 54/56 vorgesehen“, sagt Schreiber. Dafür hat das Land die Liegenschaft im Stuttgarter Norden erworben. Baden-Württemberg habe das Areal im Jahr 2022 gekauft, „damit die dringlich anstehenden baulichen Maßnahmen für das Justizareal und die Justiz in Stuttgart umgesetzt werden können“.
Auch andere Gerichte ziehen um
Gut 70 Jahre haben die Gebäude des Landgerichts an der Urbanstraße auf dem Buckel. Nicht nur die Fassade bröckelt. Der Gebäudebestand müsse „saniert, strukturell neu organisiert und energetisch ertüchtigt werden“, erklärt Schreiber. Zudem stünden Sanierungen am Oberlandesgericht an, das seinen Sitz an der Olgastraße hat. Teile dieses Gerichts wie auch des Verfassungsgerichtshofs ziehen zusammen mit dem Landgericht ins Ausweichquartier.
Unklar ist derzeit, wie teuer die Sanierung der Gebäude im Gerichtsviertel wird. „Die Maßnahmen sind aktuell in Planung. Belastbare Kosten können daher nicht genannt werden“, erklärt Schreiber.