Nach den ersten Vorarbeiten im vergangenen Jahr beginnt jetzt der Rückbau der maroden Rosensteinbrücke. „Zurzeit wird noch der letzte Asphalt ausgefräst, die Straßenbeleuchtung demontiert und der restliche Beton aus den bisherigen Stadtbahngleisen entfernt“, sagte Claus-Dieter Hauck, beim Tiefbauamt für Tunnel- und Brückenbauwerke verantwortlich, als er dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt das üppige Maßnahmenpaket erklärte.
Angesichts der Größe und des Gewichts des Bauwerks ist der Abbruch gegliedert. So muss die mehr als 70 Jahre alte Beton-Stahlkonstruktion – bis auf die beiden Hauptträger – zunächst in einzelne Segmente zersägt werden. Ein rund 100 Meter hoher Riesenkran auf der Altstadtseite wird dann die Einzelteile übers Wasser ans Ufer auf der Altstadtseite transportieren. Dort werden sie zerkleinert und mit Lastwagen abgefahren.
Großer logistischer Aufwand
Der technische und logistische Aufwand ist enorm, weshalb die Stadt die Abbrucharbeiten der Spezialfirma Max Wild übertragen hat. „Dank ihres Know-hows konnten die Einschränkungen für die Schifffahrt auf dem Neckar minimiert werden“, sagte Projektleiter Bastian Limberg vom Tiefbauamt. Ursprünglich war vorgesehen, während der maßgeblichen Abbrucharbeitenden den Neckar im Juli zwei Wochen lang zu sperren. „Allerdings hat der Neckar-Käpt’n interveniert“, sagte Limberg. Geschäftsführer Jens Casper habe die Stadt auf die Fußball-EM in diesem Zeitraum hingewiesen. In der Folge hatte die Firma Wild der Abbruch noch einmal optimiert, sodass eine Vollsperrung des Neckars auf Höhe der Rosensteinbrücke nur noch an zwei verlängerten Wochenenden nötig sei.
Transport über Pontons
Nach dem aktuellen Zeitplan werden vom 25. bis 27. Mai sowie vom 1. bis 3. Juni die beiden Hauptträger der Brücke in einem Spezialverfahren demontiert. Abtransportiert werden sie schließlich auf dem Wasserweg mithilfe angemieteter Pontons. Kein einfaches Unterfangen, denn die Brückenteile müssen exakt platziert werden. Passt die Witterung nicht, muss die Demontage aus Sicherheitsgründen gegebenenfalls verschoben werden.
Baustelle auf der Altstadtseite
Während des Rückbaus müssen Radfahrer und Passanten mit Einschränkungen rechnen. Unter anderem ist der Gehweg entlang der Neckartalstraße während des Rückbaus der beiden Hauptträger drei Wochen lang komplett gesperrt. Da die Baustelle ab 19. Februar vor dem Hochbunker eingerichtet wird, gibt es auch auf der Altstadtseite ab 12. Februar eine leicht abgeänderte Wegeführung für Fußgänger und Radler. Keine Einschränkungen hat der Kfz-Verkehr, der jedoch seit der Sperrung der Rosensteinbrücke dort sowieso massiv nachgelassen hat. Allerdings muss für die Anfahrt des Riesenkrans die Schönestraße eine Nacht lang gesperrt werden. Aufgestellt wird der Kran zwischen 19. und 23. Februar.
Insgesamt zeigten sich die Fraktionen zufrieden mit dem Vorgehen und dem Zeitplan. Sobald die Rosensteinbrücke Geschichte ist, soll zeitnah eine Interimsquerung für den Fuß- und Radverkehr errichtet werden. Laut Claus-Dieter Hauck soll sie bis 2028 stehen bleiben. Bis dahin ist auch die neue Wilhelmsbrücke fertig, die von 2026 bis 2028 an der jetzigen Stelle auf Höhe des Rilling-Areals gebaut werden soll.
Über die neue Rosensteinbrücke und deren Funktionalität wird der Gemeinderat entscheiden. „Und sobald das Verkehrsstrukturkonzept für Bad Cannstatt und die Neckarvorstadt vom Amt für Stadtplanung und Wohnen vorliegt, kann die Ausschreibung der Planungsleistungen für den Ersatzneubau der Rosensteinbrücke erfolgen“, sagt Tiefbauamtschef Jürgen Mutz. Neubaubeginn soll 2028 sein, Eröffnung 2031.