Die desolate Kreisstraße 1669 zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf soll von Grund auf ertüchtigt und verbreitert werden. Möglich wird das dadurch, dass Landwirte in dem auf halber Strecke liegenden Marbacher Teilort Siegelhausen die für den Ausbau nötigen Grundstücke abtreten. Wie sie bei einem Aussprachemittag im Rathaus versicherten, werden sie in letzter Minuten auch keinen Rückzieher mehr machen – sodass das seit Jahren anvisierte Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann.
Arbeiten starten innerorts
„Mitte der Sommerferien kann es ungefähr losgehen“, sagte Ronald Stolz, Leiter des Fachbereichs Straßen im Landratsamt. Wobei sich diese Aussage auf die freie Strecke bezog. Innerorts werden sich die Bagger zunächst in Hochdorf vom Wilhelmsplatz bis zur Buswendeplatte am Ortsausgang nach Affalterbach buddeln. „Diese Maßnahme soll von April bis August dauern“, erklärte Stolz. Anschließend soll es außerorts zwischen Affalterbach und dem Abzweig nach Siegelhausen weitergehen. Bis Frühjahr 2025 soll hier ein Knopf dran sein, ehe das Teilstück nach Hochdorf an der Reihe ist.
Am Zeitplan hatten die Siegelhäuser nichts zu kritteln. Man hoffe aber, sagte ein Bürger, dass der Affalterbacher Bürgermeister Steffen Döttinger sich wie versprochen für eine bessere Passierbarkeit der Ortsdurchfahrt in der Verlängerung der K 1669 einsetze. Ein Punkt, auf den die Landwirte im Weiler drängen, um ihre Maschinen leichter durch die oft zugeparkte Straße navigieren zu können. Sie wünschen sich zudem, dass Autofahrer beim Abzweig nach Siegelhausen den Fuß vom Gas nehmen, am besten bei Tempo 50. Ob es so kommt, ist fraglich. Gesetzt ist laut dem Marbacher Bürgermeister Jan Trost als „Minimallösung“ bislang nur ein Schild, das entsprechend auf kreuzenden landwirtschaftlichen Verkehr hinweist.
Radweg nach Bittenfeld gewünscht
Offen ist auch, wie das Radwegenetz zwischen Affalterbach und Hochdorf optimiert wird. Im Kreishaushalt stehe für den Bau einer Verbindung zwischen den Orten Geld bereit, versicherte Ronald Stolz. Das Landratsamt kann sich zum Beispiel vorstellen, einen bestehenden Grasweg von Hochdorf nach Siegelhausen auszubauen. Anschließend könnte man wie gehabt über das vorhandene Feldwegenetz nach Affalterbach strampeln. Doch die Siegelhäuser fürchten, dann ihre Felder nicht mehr vernünftig bewirtschaften zu können. Nicht glücklich sind einige Bewohner auch mit dem Status quo. Der Feldweg nach Affalterbach ist schmal, Radler bremsen hier oft Traktoren aus. Darüber hinaus äußerte eine Siegelhäuserin vor allem aus Gründen der Sicherheit für Kinder den Wunsch nach einem separaten Radweg ins angrenzende Waiblingen-Bittenfeld.
Der erste Schritt soll nun sein, den genauen Verlauf der Trasse von Hochdorf Richtung Affalterbach festzulegen. Dabei soll auch überlegt werden, ob zugleich der Bogen nach Bittenfeld gespannt werden kann.