Masters of Dirt in Stuttgart Youtube-Star Fabio Wibmer zeigt irre Trialbike-Tricks in der Schleyerhalle

Aus rund zehn Meter Höhe setzt Fabio Wibmer in der Schleyerhalle zum Backflip an. Foto: /Julian Rettig

Bei der Freestyle-Show Masters of Dirt in der Schleyerhalle beeindruckt Youtube-Star Fabio Wibmer die Zuschauer mit technisch höchstanspruchsvollen Tricks – die spektakulärsten Sprünge des Tages zeigen jedoch Andere.

Digital Desk: Philip Kearney (kea)

Fast 40 Minuten müssen die Zuschauer in der Schleyerhalle auf seinen Einsatz warten: Dann, am Sonntag um 20.40 Uhr, erscheint der österreichische Trialbiker und Youtube-Star (über 7 Millionen Abonnenten und 1,5 Milliarden Videoaufrufe) Fabio Wibmer plötzlich auf einer kleinen Hebebühne und beginnt, mit seinem Trialbike zu tricksen. Szenen wie diese sorgen an diesem Abend der Freestyle-Show Masters of Dirt, die in Stuttgart Halt gemacht hat, für Staunen.

 

Nach einem Seitwärtssprung von der Hebebühne runter auf den Hallenboden springt Wibmer auf seinen Lenker und balanciert mehrere Sekunden lang auf diesem, während das Bike langsam rollt. Dann zeigt der 28-Jährige die Kraft in seinen Beinen, indem er mit seinem Trialbike über eine rund ein Meter hohe Absperrung springt.

Wibmer stürzt bei Trick

Beim anschließenden Versuch, von einem ein Meter hohen Podest zu springen und in der Luft das Vorderrad einmal um 360 Grad zu drehen, stürzt er. Die Menge hält für einen Augenblick den Atem an. Doch Wibmer zeigt sofort mit dem Daumen nach oben und sitzt Sekunden später schon wieder auf seinem Bike.

Im zweiten Versuch gelingt Wibmer dann der technisch hochanspruchsvolle Trick - und wird dafür von den Fans mit frenetischem Applaus gefeiert. Dann macht er einen Rückwärtssalto über eine Minirampe und nutzt auf dem Hallenboden liegende Bauzäune als eine Art Trampolin, um einen Flip über die Absperrung zu machen.

Wibmer gesteht: „War sehr nervös“

Dass die Tricks nicht so leicht sind, wie sie Wibmer in seinen Videos oft aussehen lässt, zeigt sich beim nächsten Trick des Österreichers. Beim Versuch, mehrere Meter über dem Boden auf der wenigen Zentimeter breiten Kante einer Absprungrampe zu balancieren, verliert er das Gleichgewicht und rollt die Rampe rückwärts wieder runter. Beim zweiten Mal gelingt es ihm dann, die Balance zu halten und sich anschließend mit einem Reifen nach vorne abzustoßen.

Nun begibt er sich auf eine große Hebebühne und lässt sich unter Anfeuerung der Zuschauer in der am Abend jedoch nur halb vollen Schleyerhalle bis fast unter die Hallendecke heben. Von hier oben setzt er mit seinem Trialbike zum Backflip an und landet sauber auf einem riesigen Luftkissen, das seinen Aufprall abfedert. „Ich war sehr nervös“, gesteht Wibmer anschließend im Gespräch mit dem Hallensprecher, während die Zuschauer noch immer am Klatschen sind.

Wibmer macht gemeinsam mit Lokalmatador Guggemos Tricks

Nach der Pause kehrt Wibmer mit Local Hero Adrian Guggemos aus Schorndorf – und nicht aus „Schornstein“ wie der Hallensprecher fälschlicherweise sagt – in die Halle zurück. Und sie sind nicht allein: Mit dabei haben sie ein paar Gäste aus dem Publikum.

Diese nutzen sie als Hindernis für verschiedene Stunts. Einmal legen sie die Besucher wie Fischstäbchen nebeneinander und springen anschließend, ohne groß Anlauf zu nehmen, über diese - Wibmer mit dem Trialbike, Guggenmos mit seinem Motocross.

Ohlsson stiehlt mit Schneemobil Wibmer die Show

Nach ein paar weiteren gemeinsamen Stunts zusammen ist der Auftritt von Wibmer schon zu Ende. Der Österreicher macht die Bühne frei für seine weniger bekannten, allerdings nicht weniger talentierten Kollegen. Diese stehlen Wibmer an diesem Abend reihenweise die Show.

Denn die spektakulärsten Sprünge kommen am Sonntagabend nicht von Wibmer, sondern von anderen Athleten. Etwa vom Italiener David Rinaldo, der bei einem Stunt sein Motocross in der Luft loslässt, einen Salto macht und anschließend wieder auf seinem Bike landet.

Oder der erst 13-jährige US-Amerikaner Connor Stitt, der mit seinem BMX den zehn Meter hohen und mit einem Gefälle von 47 Grad unglaublich steilen Anfahrtsturm hinunterrast und einen zweifachen Backflip macht.

Doch einer hat es dem Publikum an diesem Abend besonders angetan: Marcus Ohlsson. Der Schwede macht mit seinem Schneemobil einen spektakulären Sprung nach dem anderen und reißt mit einem Backflip die Zuschauer in der Schleyerhalle endgültig aus ihren Sitzen.

Pyrotechnik heizt die Schleyerhalle ein

Die Show endet, wie sie begonnen hat: mit einer Pyroshow der englischen Gruppe Fuel Girls. Aus dem Auspuff der bis zu 20 Meter weit fliegenden Motocrosse sprühen Funken und links und rechts von den Rampen erscheinen Stichflammen.

Dabei ist die Hitze der Flammen sogar auf den Zuschauertribünen zu spüren - wie auch der Geruch der Abgase der Motocrosse, deren aufheulenden Motoren für ohrenbetäubenden Lärm sorgen. Sehr zur Freude vieler Zuschauer, die sich nach Showende mit Standing Ovations bei den Athleten bedanken.

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