Mathias Richling bei „Maischberger“ Stuttgarter Kabarettist stößt mit Corona-Äußerungen auf Widerspruch

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Mathias Richling kritisiert bei „Maischberger“ die Coronavirus-Beschränkungen der Regierung. Er sei kein Verschwörungstheoretiker, betont der Stuttgarter Kabarettist – verbreitet dann aber doch teils umstrittene Thesen.

Bei „Maischberger“ vertrat der Kabarettist Mathias Richling die Ansicht, die Corona-Regeln der Regierung seien zu hart. Foto: WDR/Max Kohr/Marijan Murat
Bei „Maischberger“ vertrat der Kabarettist Mathias Richling die Ansicht, die Corona-Regeln der Regierung seien zu hart. Foto: WDR/Max Kohr/Marijan Murat

Stuttgart - „Ich hänge keiner Verschwörungstheorie nach.“ Das war Mathias Richling am Mittwochabend wichtig, gleich zu Beginn der Polittalksendung „Maischberger – die Woche“ zu betonen. Er leugne auch nicht die Existenz des Virus. Doch dann legte der schwäbische Kabarettist los: Er halte die Beschränkungen, die die Politik im Kampf gegen das Coronavirus den Bürgern auferlegt hat, für zu hart. Die Leute seien „entsetzt und wütend“, sagte Richling, dem in der Sendung von Sandra Maischberger die Rolle als Kritiker der Coronaregeln zufiel. „Das hängt mit einer Informationspolitik zusammen, die sehr widersprüchlich ist“, meint Richling, „von einem Herrn Wieler (Chef des Robert-Koch-Instituts – Anmerkung der Redaktion), der in der einen Woche so sagt und in der nächsten so.“

Pia Heinemann, Wissenschaftsjournalistin der Tageszeitung „Welt“, bremste Richling ein, als er einen aus ihrer Sicht untauglichen Vergleich zu einem „Erdbeben am Bodensee“ anstellte, von dem wir „nicht wissen, wann es kommt. (...) Also müssen von jetzt an alle, die um den Bodensee wohnen, in Zelten wohnen und ihre Häuser verlassen, damit sie ja nicht verletzt werden.“ Heinemann machte den Kabarettisten darauf aufmerksam, dass das Coronavirus keine abstrakte Bedrohung sei, sondern real existiere und aktiv sei. Zur Seite sprang ihr dabei der frühere „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert, der kaum verbergen konnte, für wie krude er Richlings Thesen hielt.

Mathias Richling zog wie viele andere Kritiker den Vergleich zur Grippe heran, der unbestritten jährlich eine große Zahl von Menschen zum Opfer fällt. Erneut musste die Wissenschaftsjournalistin Heinemann einordnen: „Den Grippevirus kennen wir, wir haben gegen Grippe Impfstoffe, die wir einsetzen können, um Risikogruppen zu schützen.“ Heinemann wies auch auf die noch weitgehend unerforschten Folgeschäden von Covid-19-Erkrankungen hin.

Richling drehte indes diese Argumention um und kritisierte, die Wissenschaft wisse zu wenig: „Jeder zweite Satz von Herrn Wieler ist ‚vermutlich, wir wissen nicht, wahrscheinlich’.“ Schließlich wies der Kabarettist auf die Kollateralschäden hin und fragte zugespitzt: „Ist es wirklich richtig, die Wirtschaft und die Gesellschaft zu ermorden, damit wir möglichst wenig Corona-Infizierte haben?“

Im Netz wurden Richlings Aussagen eher kritisch gesehen:

Teilweise wurde Maischberger dafür kritisiert, dass sie Richling überhaupt in ihre Sendung eingeladen hatte:

Angesprochen auf die Demonstranten, die auf dem Cannstatter Wasen gegen die Beschränkungen der Regierung protestieren, warnte Richling davor, die Menschen über einen Kamm zu scheren. „Alles Spinner, Herr Richling?“, lautete die provokante Frage der Moderatorin. Richling: „Natürlich sind bei solchen Demonstrationen auch AfDler dabei und Linksradikale. Aber man muss sich wirklich davor hüten, dass da alles in einen Topf geworfen wird. Ich komme ja aus Stuttgart. Wenn da Menschen insgesamt als rechtsradikal eingestuft werden, ist das einfach nicht wahr. Die große Masse sind wirklich besorgte Bürger, die mit rechts und links nichts zu tun haben.“

Auch diese These von Mathias Richling werden einige nicht unwidersprochen hinnehmen.




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