Stuttgart - Popkultureller Coup der Staatsoper Stuttgart: Max Herre, Sänger und Kopf der Stuttgarter Band Freundeskreis, gastiert in der kommenden Spielzeit auf der großen Bühne des historischen Littmann-Baus. Mark Löscher, der Manager von Max Herre, bestätigte das Gastspiel unserer Zeitung auf Nachfrage.
Geplant seien zwei Auftritte. Ein Gastspiel zum Auftakt der Spielzeit und ein Konzert im kommenden Jahr, letzteres in ungewöhnlicher musikalischer Form und Besetzung: mit Jazz statt Rap an der Oper.
Das Jazz-Konzert basiert auf einem neuen Album
Den ungewöhnlichen Jazz-Abend hatte Herre bereits Anfang diesen Jahres gegenüber der Stuttgarter Zeitung angedeutet: „Mit Roberto Di Gioia, dem Kopf der Band Web Web, arbeite ich seit vielen Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame Leidenschaft für Ethno-, Spiritual- und Soul-Jazz. Im November 2020 wird ein gemeinsames Max-und-Web-Web-Album erscheinen. Das wird eine Instrumental-LP. Live spiele ich in der Konstellation Fender Rhodes und bin so etwas wie der Rhythmuspianist, während Roberto der Jazzpianist ist. Wenn alles klappt, stellen wir das Material 2021 live an der Stuttgarter Oper vor, gemeinsam mit dem Orchester“, so Herre im Februar in der StZ.
Für Max Herre und seine Frau Joy Denalane geht damit eine äußerst produktive Phase in die nächste Runde: Herre hatte im vergangenen Jahr mit „Athen“ ein Top-Ten-Album vorgelegt. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Joy Denalane als erste deutsche Künstlerin ihr nächstes Album auf dem legendären Label Motown veröffentlichen wird. „Let Yourself Be Loved“ erscheint am 4. September.
Trotz Corona und Kurzarbeit stellen die drei Sparten ein gefeiertes Programm zusammen
Darüber hinaus hatte Max Herre mit einer Ausstellung über seinen Großvater Richard Herre, einen Stuttgarter Architekten und Designer, für Aufsehen gesorgt. Viktor Schoner, der Intendant der Staatsoper Stuttgart, hatte Herre im vergangenen Jahr am Rande dieser Ausstellung im Stadtpalais Stuttgart kennengelernt. Herre und Schoner teilen den Blick über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaus.
Die Verpflichtung Herres bestätigt den Lauf der Staatstheater Stuttgart. Trotz Corona hatten die drei Sparten in den vergangenen Wochen ein gefeiertes Programm auf die Beine gestellt – getrübt durch die Nachricht, dass an Oper, Schauspiel und Ballett wegen der Pandemie-bedingten Einnahmenverluste nun auch Kurzarbeit eingeführt werden musste. Am heutigen Vormittag stellen die Staatstheater ihr Programm für die kommende Spielzeit offiziell vor.