Max Herre und Joy Denalane in Stuttgart „Erste Liebe“ über den Dächern der Stadt

Joy Denalane und Max Herre sind zurück in der Mutterstadt des Raps und performen vor der Grabkapelle. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Max Herre und Joy Denalane bei einem Benefizkonzert an der Grabkapelle, hoch oben über den Dächern von Stuttgart: Allein die Vorstellung treibt einem die Tränen in die Augen. „Das wird magisch“, verspricht Stelp-Gründer Serkan Eren – und behält Recht.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

„Die Liebe höret nimmer auf“ – diese Zeilen, die hoch oben auf der Grabkapelle zu lesen sind, stehen an diesem Sonntagabend für so viel. Zum einen für die Performance von Max Herre und Joy Denalane und ihre besondere Liebesgeschichte, die begann als Max eine Sängerin für den Song „Mit dir“ suchte.

 

Zum anderen verbindet man damit auch die Liebe zu Stuttgart, der Mutterstadt des Raps, denkt an die Kolchose, an das, was der Kessel für den deutschen Hip-Hop einst war: und zwar Heimat, Brutstätte, wichtigster Dreh- und Angelpunkt.

Alles für den guten Zweck

Max Herre als Sohn der Stadt, der Stuttgart 2004 mit „Erste Liebe“ eine Hymne schenkte, kehrt nun zurück, um hoch oben über den Dächern der Stadt zu performen – mit seiner Frau Joy. Da ist sehr viel Liebe spürbar. „Das wird so schön“, betont Serkan Eren. Denn: Alles für den guten Zweck!

Und pünktlich um 19.30 Uhr setzen dann die ersten Töne von „Esperanto“ ein und die Menge tobt. Max mittendrin, Joy kommt später auf der Bühne dazu. Danach gab es kein Halten mehr. Das intime, ja fast schon Wohnzimmer-ähnliche, Konzert berührt die Gemüter. Die Arme schwingen in der Luft. Man fühlt sich in die 90er zurückversetzt. Mütter singen ihren Kids die Zeilen vor.

Und dann kommt auch noch der Sonnenuntergang

Dann toppt ein Song den nächsten. Die Hymne der Stadt, „Erste Liebe“, wird angestimmt – und alle singen mit. Mit Blick in den Kessel und dann kommt auch noch der Sonnenuntergang. Das Panorama passt perfekt mit dem Fernsehturm im Hintergrund. Mehr geht fast nicht. Aber halt, stopp: Geht doch!

Denn „Anna“ kommt zum Einsatz. Die Menge tanzt und tobt. „Immer wenn es regnet…“ wird mit voller Inbrunst mitgesungen, obwohl natürlich alle froh sind, dass es nicht mehr regnet. Aber bei diesem Song macht man halt gern eine Ausnahme.

Der einzige Wermutstropfen ist und bleibt, dass Max und Joy „Mit dir“, den Song, den man einfach mit den beiden verbindet, der ihre Liebe feiert, nicht singen. Als DJ Friction noch einen Gute-Nacht-Mix spielt und alle nach Hause schlendern – definitiv mit vollen Herzen und einem richtig guten Gefühl – bleibt die Frage offen: Wieso nicht?

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