Maximum Rock aus Vaihingen/Möhringen Vier Männer lassen Woodstock aufleben

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Maximum Rock bringt ein Stück Musikgeschichte auf die Bühne. In den Rocklesungen werden Lieder von The Who, Jimi Hendrix und den Rolling Stones gemischt mit Informationen über die Zeitgeschichte, Politik und Gesellschaft.

Christoph Geisselhart, Stefan Widmaier, Ralph Heidorn und Fernando Bernhardt (v.l.) lassen Musikgeschichte lebendig werden Foto: Pressefoto
Christoph Geisselhart, Stefan Widmaier, Ralph Heidorn und Fernando Bernhardt (v.l.) lassen Musikgeschichte lebendig werden Foto: Pressefoto

Vaihingen/Möhringen - Wenn Maximum Rock eines nicht ist, dann eine Coverband. Darauf legen der Vaihinger Christoph Geisselhart und die Möhringer Andreas Fernando Bernhardt, Ralph Heidorn und Stefan Widmaier großen Wert. Zwar spielen sie Songs von Bands und Künstlern wie The Who, Jimi Hendrix, den Beatles oder den Rolling Stones, aber sie tun noch mehr als das: Sie bringen ein Stück Musikgeschichte auf die Bühne. Das ganze nennt sich Rocklesung und ist eine Mischung aus Livemusik und Text.

Die Band entstand eher durch Zufall. Bernhardt und Geisselhart waren beide Schüler auf dem Hegel-Gymnasium in Vaihingen und haben sich Jahre später wieder getroffen. Geisselhart, Autor, Künstler und Musiker, hatte in der Zwischenzeit drei Biografien über The Who mit dem Titel „Maximum Rock“ geschrieben, die als Grundlage für die gleichnamigen Rocklesungen dienen. „Die Bücher haben uns auf diesen Weg geführt“, sagt Geisselhart. „The Who haben einen hohen Stellenwert für andere Künstler, damals wie heute. Sie haben einen besonderen Platz in der Geschichte der Rockmusik.“ In Andreas Bernhardt, der als Musiklehrer an der Möhringer Bodelschwinghschule unterrichtet und dort die Schulband School of Rock leitet, hat er einen Gefährten gefunden, der seine Liebe zur Musik insbesondere der 60er- Jahre teilt. 2012 traten sie erstmals gemeinsam auf. Sänger Ralph Heidorn und Keyborder Stefan Widmaier folgten nur wenig später.

Bei Woodstock in der ersten Reihe

Die Geschichte, die Maximum Rock in ihrem zweistündigen Bühnenprogramm erzählt, beginnt bei den Bluesmusikern auf den Baumwollfeldern in den USA. Von dort wurde die Musik nach England gebracht, wo sie Einflüsse aufnahm und diese wiederum nach Amerika brachte. Auch der „Summer of Love“ wird nicht ausgelassen. Höhepunkt der musikalischen Reise ist das Woodstock-Festival, wo ein Auftritt bei Sonnenaufgang The Who zur Legende machte. „Wenn wir in Woodstock dabei gewesen wären, dann in der ersten Reihe“, sagt Bernhardt. „Der Mythos von Woodstock wird durch unsere Geschichte greifbar, wir führen die Leute dahin“, sagt Geisselhart. Musik und Textelemente greifen in den Shows ineinander über. „Wir möchten das Lebensgefühl von damals weitergeben“, sagt Bernhardt.

Musik transportiere auch immer eine Botschaft, könne die Gesellschaft und die Politik beeinflussen. Woodstock sei das beste Beispiel dafür. Und so spielen die vier Musiker nicht nur legendäre Lieder, sondern ergänzen ihr Programm mit historischen Fakten. Dennoch sind es die Lieder, die das Publikum berühren sollen. „In diesen Songs steckt Herzblut ebenso wie viele persönliche Erinnerungen. Wir möchten sie authentisch und mit Emotionen rüberbringen“, sagt Bernhardt. In diesem und im nächsten Jahr ist Maximum Rock insgesamt sechsmal im Stuttgarter Theaterhaus zu sehen.

Ein bisschen Improvisation gehört dazu

Wenn vor Auftritten geübt wird, dann eher die Lesung, denn „viele der Songs sind schon in unser musikalisches Rückenmark übergegangen“, so Bernhardt. „Dennoch sind die Shows für uns saumäßig anstrengend“, sagt Geisselhart. Für die Lesestellen müsse man ruhig werden, runterfahren, die Inhalte vermitteln, für die Musikstücke wieder aufdrehen, Emotionen leben. „Dieser Wechsel und die verschiedenen Instrumente, Musikstile und Sounds erfordern eine hohe Konzentration“, sagt Geisselhart.

Aus diesem Grund gebe es für die Show eine Art Drehbuch. „Aber ein bisschen Improvisation gehört immer dazu.“ Man müsse auf die Stimmung des Publikums reagieren. „Man kommt in Kontakt mit den Leuten. Es gibt immer jemanden, der nach der Veranstaltung auf uns zukommt und erzählt, was für ein persönliches Ereignis er mit welchem Song verbindet. Dafür machen wir die Shows“, sagt Geisselhart.

Termine:
„Maximum Rock: Eine rockmusikalische Zeitreise vom Summer of Love bis Woodstock“ ist an sechs Terminen im Theaterhaus Stuttgart zu sehen. Die Shows im November sind ausverkauft. Weitere Termine sind am 26. Februar, 4. Mai, 7. Oktober und 18. Dezember 2016. Tickets für zwölf Euro und Infos beim Theaterhaus, Telefon 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23 und unter www.theaterhaus.de.

Mehr Infos unter www.maximumrock.net

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