VfB-Profis eröffnen Meat-Club in Stuttgart Wo die Fleischeslust zelebriert wird

Von Uwe Bogen 

Kaum eine andere Ladeneröffnung in Stuttgart sorgt für so viel Wirbel wie der Start des Meat-Clubs der Fußballprofis Martin Harnik und Daniel Ginczek. Liebhaber von hochwertigem Bio-Fleisch freuen sich – gleichzeitig tobt ein Shitstorm von Vegetariern.

Martin Harnik, Christian Hartmann und Daniel Ginczek (von links) haben am Mittwochabend den Meat-Club an der Eberhardstraße in Stuttgart eröffnet. Foto: Lichtgut/Jan Reich 10 Bilder
Martin Harnik, Christian Hartmann und Daniel Ginczek (von links) haben am Mittwochabend den Meat-Club an der Eberhardstraße in Stuttgart eröffnet. Foto: Lichtgut/Jan Reich

Stuttgart - Früher, sagt VfB-Star Daniel Ginczek, hat er pro Woche „fünf- oder sechsmal Fleisch gegessen“. Die öffentliche Diskussion über qualvolle Massentierhaltung ging an dem 27-Jährigen nicht spurlos vorbei. Der Fußballprofi, der neuerdings Mitinhaber des Meat-Clubs an der Eberhardstraße in Stuttgart ist, hat den Weg „zum bewussten Konsum“ eingeschlagen, wie er versichert. Weniger Masse, mehr Qualität – so lautet seine Devise.

Weniger Fleisch, so meinen seine Kritiker im Netz, reicht aber nicht. Es sollte gar kein Fleisch mehr sein. Nicht wenige Vegetarier und Veganer empören sich, dass Ginczek und sein Fußballkumpel Martin Harnik Fleischeslust in ihrem neuen Laden mit hochwertigem Sortiment zelebrieren. Mit einer Küchenparty für geladene Gäste ist der Meat-Club in einem früheren Modeladen am Mittwochabend eröffnet worden, unweit des Schwabenzentrums, wenige Schritte von Breuninger entfernt. Seit Tagen tobt im Netz ein Shitstorm deswegen. Auf der Facebook-Seite des neuen Geschäfts haben die drei Chefs des Meat-Clubs – neben den Fußballprofis ist dies Christian Hartmann – nach eigener Schätzung etwa 4000 Kommentare erhalten, überwiegend Protest, aber auch Zustimmung und Verteidigung ihrer Fleisch-Philosophie.

Ginczek macht Urlaub mit seiner Frau ohne Kinder in New York

Warum sie die Hass-Kommentare bei Facebook nicht gelöscht haben, sind die drei Chefs bei der Feier immer wieder gefragt worden. „Jeder darf seine Meinung äußern“, sagt Ginzcek, der in wenigen Tagen zum Urlaub mit seiner Frau für eine Woche ohne Kinder nach New York aufbricht. Durchaus Sympathie und Verständnis habe er für Menschen, die wenig oder gar kein Fleisch konsumieren wollten. „Auch wir sind der Meinung, dass sich am Fleischkonsum etwas ändern muss“, schreiben er und seine beiden Geschäftspartner auf ihrer Facebook-Seite. Im Meat-Club würden sie deshalb keinerlei Fleisch aus Massentierhaltung anbieten, sondern nur aus artgerechter und natürlicher Haltung, überwiegend in Bio-Qualität. „Wir haben bei der Produktauswahl höchsten Wert auf diesen moralischen und wichtigen Ansatz gelegt“, unterstreicht das Trio.

Trotz des heftigen Widerspruchs sieht Ginczek die positiven Seiten des Shitstorms für sein neues Unternehmen. „Letztendlich ist die Kritik auch Werbung für uns“, sagt er. Die vielen Kommentare hätten im sozialen Netzwerk die Reichweite des Meat-Clubs multipliziert. Inzwischen haben die Betreiber des Ladens damit begonnen, die Schreiber von besonders bösartigen und beleidigenden Hass-Kommentaren zu blockieren.

Der VfB-Kapitän kam mit seinem Baby

Bei der Pre-Opening-Party feierte VfB-Kapitän Christian Gentner mit, der sein Baby mitbrachte, das vor zehn Tagen geboren ist. Außerdem kam auch der frühere VfB-Star Günther Schäfer, der heutige Teammanager des VfB. Fast die komplette VfB-Mannschaft hatte bereits vorab am vergangenen Donnerstag im Meat-Club mit den beiden Kollegen gefeiert. Alle seien vom Menü sowie von den Weinen und den Bieren begeistert gewesen, ist zu hören. Torwart Ron-Robert Zieler allerdings hatte ein Problem: Sein Auto, das er in der Nähe des Meat-Clubs geparkt hatte, wurde in dieser Nacht abgeschleppt.

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