InterviewMedienwissenschaftler Stephan Weichert Frühe Gewalterfahrungen

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Müssten sich Eltern stärker mit Themen befassen, die ihnen selber Angst machen oder die tabubehaftet sind, um besser mit ihren Kindern kommunizieren zu können?
Ich finde ja. Auch Erwachsene sind nicht frei von Ängsten und gegen seelische Schäden gefeit. Sie könnten zugeben, dass sie sich selber vor extremen Gewalt­darstellungen fürchten und mit ihren Kindern darüber offen sprechen, das würde helfen. Irgendwann sollten Eltern und Kinder überhaupt über das Thema Gewalt sprechen, weil sie einfach da ist – auf dem Schulweg, mitunter sogar schon in der Kita. Ich bin ­Vater eines fünfjährigen Jungen, in seiner Kita fängt das jetzt auch schon an, dass Kinder sich herumschubsen und beleidigen. Das ist natürlich ein Anlass, Gewalt­anwendung zu thematisieren. Ab sechs, sieben Jahren sollte man mit Kindern dann auch über psychische Gewalt reden, die von verstörenden Inhalten ausgeht. Es klingt vielleicht etwas antiquiert, aber letztendlich geht auch in Zeiten der digitalen Revolution nichts über ein gutes Gespräch.




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