Medizinische Versorgung in Böblingen/Sindelfingen Pläne für die psychiatrische Klinik auf dem Flugfeld präsentiert

Ein zackiges Gebäude für die Psychiatrie auf dem Flugfeld. Die Klinik ( Mitte) entsteht gegenüber von Plana-Küchenland (rechts) Foto: ZfP

Der Architektenwettbewerb für die psychiatrische Klinik im Westteil des Geländes ist entschieden. Das Haus wird ein Ableger der Klinik in Hirsau.

Böblingen/Sindelfingen - Das Flugfeldklinikum wird nicht nur zur zentralen Anlaufstelle für Menschen mit organischen Leiden. Auf dem Areal an der Flugfeld-Allee, neben Plana-Küchenland, entsteht auch eine Klinik für psychische Krankheiten: das „Zentrum für seelische Gesundheit Böblingen“. Die Einrichtung wird vom Zentrum für Psychiatrie Calw-Klinikum Nordschwarzwald (ZfP) als Ableger im Kreis Böblingen gebaut und betrieben.

 

Wenn die Klinik eröffnet ist, hat die derzeit an verschiedenen Standorten stattfindende psychiatrische Versorgung der Menschen im Landkreis ein Ende. Ebenso werden die weiten Wege für Patienten und Angehörige, die bisher oftmals in die Hirsauer Klinik mussten, deutlich reduziert. Wichtig ist den Verantwortlichen des ZfP, dass durch die Nähe auch die Zusammenarbeit mit dem Klinikverbund Südwest, der die Flugfeldklinik betreibt, ausgeweitet wird.

Die ambulanten Angebote werden in Zukunft am Standort auf dem Flugfeld ebenso konzentriert wie die stationäre Unterbringung. Vier Stationen mit 81 Betten sind der Erwachsenenpsychiatrie und -psychosomatik vorbehalten, eine gerontopsychiatrische Pflegestation mit 25 Betten ist für die älteren Patienten vorgesehen, hinzukommen weitere 22 Betten für ältere Patienten, die in der Flugfeldklinik vorgesehen sind. Auch Kinder und Jugendliche finden in der neuen Klinik einen Anlaufpunkt: 36 Betten stehen für ihre Behandlung zur Verfügung. Hinzu kommen Angebote für Patienten, die sich nur tagsüber in Behandlung begeben. 44 Plätze, 24 davon für Kinder und Jugendliche, werden in dem neuen Haus für diese Form der Behandlung geschaffen.

Die Latte für die neue Klinik liegt hoch. Daher wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Dieser hat nun ergeben, wie die Klinik mit 165 Betten und 44 Tagesplätzen aussehen wird.

Die Aufgabe der Bauherren für die Architekten lautete, neben den städtebaulichen und architektonischen Qualitäten ein besonderes Augenmerk auf die Eigenständigkeit der Einrichtung zu legen – trotz der engen Nachbarschaft zur Flugfeldklink Gesucht war, wie es in einer Pressemitteilung heißt, ein „psychiatrisches Zentrum mit eigener Adresse im patientenfreundlichen und bestmöglichen psychiatrisch-therapeutischen Umfeld.“ Eine „Wohlfühlatmosphäre“ für Patienten und Mitarbeiter, die auch im städtischen Umfeld geeignete Therapieräume im Außenbereich bietet, soll entstehen.

Nach Einschätzung des Preisgerichts hat das Büro „a+r“ Architekten diese Vorgaben am besten umgesetzt. Die Stuttgarter wurden unter den acht finalen Wettbewerbsteilnehmern zum Sieger gekürt. Zusammen mit den Zweitplatzierten, Huber Staudt Architekten aus Berlin, und Gerber Architekten aus Dortmund auf Rang drei, wird nun ein Verhandlungsverfahren durchgeführt, an dessen Ende im September der endgültige Gebäudeentwurf stehen soll. Das Siegermodell möchte die acht Pflegestationen sowie Räume für Ambulanz, Diagnostik und Therapie in einem viergeschossigen Gebäude unterbringen, das sich in vier versetzte Glieder unterteilt. Zwei Innenhöfe und eine große Dachterrasse sollen den Patienten Aufenthaltsfläche im Freien auf dem 8868 Quadratmeter großen Grundstück am westlichen Rand der Flugfeldklinik bieten.

Der Zeitplan für die neue Einrichtung ist ambitioniert. Im September soll das Planerteam stehen, im Sommer 2026 werden bereits die ersten Patienten erwartet.

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