Megan Rapinoe bei der Frauen-WM US-Fußballerin legt sich mit Donald Trump an

Megan Rapinoe  legt sich mit Donald Trump an. Foto: AP
Megan Rapinoe legt sich mit Donald Trump an. Foto: AP

US-Präsident Donald Trump liefert sich eine öffentliche Schlammschlacht mit der Spielführerin der US-Fußballerinnen. Trump ging via Twitter auf Megan Rapinoe los.

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Paris - Die Höhenluft in der Air Force One machte Donald Trump offenbar müde. Die berüchtigten Twitter-Daumen des US-Präsidenten regten sich auf dem Weg zum G20-Gipfel in Osaka kaum - Megan Rapinoe wurde im Gegensatz zu Indien (angeblich zu hohe Zölle) jedenfalls verschont. Doch der Konflikt zwischen Trump - der sich einmal mehr wenig präsidial präsentierte - und der regierungskritischen Spielführerin der US-Fußballerinnen ist ganz sicher noch nicht ausgestanden.

Spätestens nach der WM-Endrunde, bei der die Titelverteidigerinnen und Topfavoritinnen aus den USA am Freitag im Viertelfinale in Paris auf Gastgeber Frankreich treffen (21 Uhr/ZDF und DAZN), wird es erneut hoch hergehen. Anlass für den öffentlich ausgetragenen Streit war die Ankündigung Rapinoes, im Falle des WM-Triumphs „garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus zu kommen“.

Trump nimmt Fehdehandschuh auf

Trump ließ sich die Vorlage zur Eskalation nicht nehmen. Dass er damit für große Unruhe im US-Lager vor dem Frankreich-Spiel sorgte, war ihm egal. „Sie sollte nicht respektlos gegenüber unserem Land, dem Weißen Haus oder unserer Flagge sein, zumal so viel für sie und ihre Mannschaft getan worden ist“, twitterte der 73-Jährige. Rapinoe solle „erst mal GEWINNEN, dann REDEN“, und ihre Arbeit erledigen: „Bisher habe ich sie oder die Mannschaft nicht eingeladen - jetzt tue ich es, ob Sieg oder Niederlage.“

Rapinoe wird der Einladung bestimmt nicht folgen - das bekräftigte sie am Donnerstag. „Ich stehe zu meinen Äußerungen - außer dem Kraftausdruck“, sagte sie. Sie wolle nicht, dass die Plattform, die die Nationalmannschaft biete, von einer Regierung vereinnahmt werde, die nicht für die selben Dinge kämpfe. 

Rapinoe schon immer meinungsstark

Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin ist eine bekannte Aktivistin gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung. Die 33-Jährige war die erste weiße Person und die erste Frau, die sich 2016 dem „Knie-Protest“ des Football-Quarterbacks Colin Kaepernick gegen Rassismus und Polizeigewalt angeschlossen hat. Sie durfte erst wieder in der Nationalmannschaft mitspielen, als sie zustimmte, bei der US-Hymne wieder zu stehen. Sie singt allerdings bis heute aus Protest nicht mit.

Innerhalb ihrer Mannschaft genießt „Pinoe“ großen Rückhalt. „In Bezug auf die Tweets des ‚Präsidenten’: Ich weiß, dass Frauen, die Sie nicht kontrollieren oder begrapschen können, Sie ärgern - aber ich stehe zu @mPinoe und werde auch verzichten“, twitterte Mitspielerin Ali Krieger. Die Verteidigerin, die fünf Jahre lang beim 1. FFC Frankfurt spielte und mit Mitspielerin Ashlyn Harris verlobt ist, betonte zudem ihre Ablehnung gegenüber „dieser diskriminierende Regierung“.

Auch andere Sportler schossen gegen Trump

Trump behauptete in seinen Tweets, Sport-Mannschaften liebten es, ins Weiße Haus zu kommen. Es gibt jedoch Gegenbeispiele: Die Basketballer der Golden State Warriors verzichteten nach dem NBA-Titel 2018 auf einen Besuch. Die Football-Champions der Philadelphia Eagles wurden von Trump nach einer Hymnen-Kontroverse ausgeladen.

Auch die Fußballerinnen werden dem Präsidenten wahrscheinlich komplett aus dem Weg gehen. Schließlich ist Rapinoe die unangefochtene Anführerin der Nationalmannschaft. Das zeigte sich bereits vor der WM. Als die Kapitänin mit den pinkfarbenen Haaren gemeinsam mit vier weiteren Spielerinnen den eigenen Verband USSF wegen Geschlechterdiskriminierung verklagte und von einem Bundesgericht das Recht auf weitere juristische Schritte erhielt, schloss sich das gesamte Team ihrer Vorkämpferin an.




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