Neue Form des Wohnens in Winnenden Richtfest beim Mehrgenerationenhaus

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Der Rohbau eines der beiden Gebäude am Kronenplatz ist fertig. Der zweite Teil des Mehrgenerationen-Projekts soll bis Winter fertig werden, dann beginnt der Innenausbau. Die ersten Bewohner sollen im Sommer einziehen.

Den Gebäudeteil Nahdran ziert bereits ein Richtbäumchen. Foto: Gottfried Stoppel
Den Gebäudeteil Nahdran ziert bereits ein Richtbäumchen. Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Nahdran und Mittendrin heißt das Mehrgenerationenhaus, das in Winnenden im Entstehen ist. An einem überaus prominenten Standort, direkt am zentral zwischen Altstadt und Bahnhofsvorstadt gelegenen Kronenplatz wird gebaut. Zwei große Gebäude entstehen: entlang der Ringstraße und der Palmerstraße Nahdran, auf dem Gelände des früheren Farrenstalls Mittendrin.

Vor zehn Jahren wurde die Idee geboren

28 Wohnungen umfassen die beiden Häuser. „Drei sind noch frei“, sagt Eva Schwanitz, eine der „Gründungsmütter“ des Wohnprojekts. Die Idee dazu kam im Jahr 2009 auf. „Da gab es eine Informationsveranstaltung zum Thema Leben im Alter. Unter anderem haben wir dazu ein Projekt in Karlsruhe besichtigt, in dem ausschließlich Senioren leben, aber auch das Mühlbachhaus in Schorndorf, in dem mehrere Generationen wohnen. Uns war sofort klar: so was wollen wir auch“, sagt Eva Schwanitz.

Die endgültige Entscheidung zu bauen sei dann im Jahr 2010 gefallen. Zusammen mit der Wohngenossenschaft Pro aus Stuttgart machte sich eine Gruppe von Investoren ans Werk. Weitere Mitbewohner mussten gewonnen werden und vor allem ein passender Bauplatz. „Zuerst wurde uns ein Platz eher am Rand der Stadt vorgeschlagen, doch dann hatte der Oberbürgermeister Holzwarth die Idee mit dem alten Farrenstall, der der Stadt gehörte“, erinnert sich die Künstlerin und pensionierte Kunstpädagogin Schwanitz.

Eine Bäcker-Legende kehrt zurück

Für die Stadt sei das Mehrgenerationenhaus ein Prestigeobjekt. Diese unterstützte deshalb die Investoren, deren Zahl allmählich größer wurde. Diese kommen nicht nur aus Winnenden und Umgebung, sondern auch von weiter her. Neben den normalen Wohnungen wird eine WG entstehen, die erst einmal vermietet wird. Im Laufe der Jahre soll daraus eine betreute Wohneinheit werden für Bewohner, die pflegebedürftig werden.

Mit Günther Weber wird ein prominenter Mitbewohner einziehen. Der Winnender Bäcker hat einst die Bäckerei gegründet, die seinen Namen trägt und wird in Zukunft ein Café im Nahdran betreiben. Zurzeit übt der leidenschaftliche Bäcker auf dem Lorettohof auf der Alb bei Zwiefalten seine Profession aus, was nicht nur regelmäßig Kunden auf den Hof lockt, die sein Brot kaufen wollen, sondern auch das Fernsehen. Eine Reportage über Webers Arbeit an seinem Holzbackofen gelang so spannend wie ein Krimi. „Er hat beschlossen, wieder nach Winnenden zu ziehen“, sagt Eva Schwanitz. Die zukünftigen Nachbarn besuchen Weber bis dahin regelmäßig auf dem Lorettohof.

Die alte Ortsdurchfahrt wird umgestaltet

Nach dem Richtfest im Nahdran soll der Rohbau des Mittendrin ebenfalls bis Dezember fertig werden. „Dann beginnt der Innenausbau.“ Bis zum Sommer hoffen die ersten Bewohner ihre Wohnungen beziehen zu können. „Im Mittendrin schätzen wir, dass im Winter 2020/2021 die Wohnungen fertig sind. Aber Verzögerungen kann es beim Bauen ja immer geben“, sagt Eva Schwanitz, die von Winnenden-Hanweiler in die Stadt ziehen wird.

„Manche wollen erst einmal ihre Wohnungen vermieten, bevor sie selbst einziehen“, sagt sie. Zum Richtfest des Nahdran war eine Schar künftiger Nachbarn auf die Baustelle gekommen, Menschen verschiedenen Alters. Erschienen war auch der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth samt der Leiter der Ämter für Stadtentwicklung und für Grundstücksverkehr. Denn neben dem Mehrgenerationenhaus hat die Stadt noch einiges an Baumaßnahmen vor. Die frühere B 14 soll zurückgebaut und der Kronenplatz neu gestaltet werden. Das Mehrgenerationenhaus passt genau hinein in das Konzept.