Meldung zu KSK-Übung Bleiben Sprengmittel und Munition einfach liegen?

Die Kommandosoldaten der KSK sind im Rahmen ihres Trainings auch immer wieder im Raum Grafenau unterwegs. Foto: Bundeswehr/KSK

Der Warnhinweis zu „eventuell liegengebliebenen Sprengmitteln und Fundmunition“ in der Meldung zu einer KSK-Übung im Raum Calw und Grafenau sorgt im Internet für Irritationen. Ein Bundeswehrsprecher erklärt die Lage.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Eine kleine Notiz im Mitteilungsblatt der Gemeinde Grafenau lässt aufhorchen: Dort ist die Rede von einer Übung der Bundeswehr, die an diesem Montag gestartet ist und sich bis 22. Dezember hinziehen soll. Unter anderem seien auch Teile von Grafenau betroffen. „Die Bevölkerung wird gebeten, sich von Einrichtungen der übenden Truppe fernzuhalten“, heißt es in der Meldung weiter.

 

So weit, so alltäglich. Schließlich ist in Calw das Kommando Spezialkräfte (KSK) stationiert, die Menschen in Grafenau und Umgebung sind es es deshalb gewohnt, dass immer wieder Militärhubschrauber mit tiefdröhnenden Rotoren über ihren Dächern kreisen oder über Wald- und Flurflächen am Ortsrand für eine Übung im Schwebeflug verharren.

„Ernsthaft? Und die Gemeinde warnt noch davor?“

Nicht ganz so alltäglich ist jedoch der Hinweis „auf die Gefahren eventuell liegen gebliebener Sprengmittel, Fundmunition und dergleichen“ in der Mitteilung. Wer entsprechende Gegenstände finde, möge sich an die nächste Polizeistelle wenden, heißt es dort weiter. Zugleich weist die Bundeswehr darauf hin, dass „das Sammeln, der Erwerb und der Verkauf“ verboten sind und strafrechtlich verfolgt wird.

Auf Facebook, wo die Gemeinde Grafenau die Mitteilung geteilt hat, sorgt die Warnung vor möglichen herumliegenden Munitions- und Sprengstoffresten für Irritationen. „Ernsthaft? Und die Gemeinde warnt noch davor? Warum machen die das nicht zuhause bei sich?“, steht im Kommentar eines empörten Nutzers, der die Meldung schlichtweg „verstörend“ findet.

„Wo ist da jetzt das Problem? Das ist schon immer so“, antwortet ein anderer User. Damit scheint er tatsächlich ganz richtig zu liegen: „Das ist einfach eine Standardmeldung, wie wir sie jeden Monat rausgeben“, sagt ein KSK-Sprecher auf Anfrage. Wenn das Landeskommando auf Bundeswehrübungen hinweise, sei die betreffende Warnung eben als Blanko-Text standardmäßig enthalten.

Tatsächlich taucht ein mehr oder weniger gleichlautender Text immer wieder im Grafenauer „Blättle“ auf. Schließlich trainiert das Kommando Spezialkräfte regelmäßig in der Umgebung rund um Calw und den Westrand des Böblinger Landkreises. Das erkläre auch den langen Übungszeitraum bis Ende Dezember, heißt es.

„Durchschlagsübungen“ mit kleinen Gruppen im Wald

Allerdings seien da immer nur einzelne Gruppen unterwegs, sagt der Bundeswehrsprecher. Also „nichts Großes und auch keine Panzerverbände“. Oft handle es sich dabei um sogenannte „Durchschlagsübungen“ mit einer kleinen Gruppe von Soldaten, die sich im Wald verstecken. Dabei versuchen sie – wie der Name der Übung schon sagt – sich durch ein simuliertes Feindgebiet durchzuschlagen.

„Bei solchen Übungen haben die meistens überhaupt keine Munition dabei“, sagt der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Bundeswehrsoldat. Davon abgesehen würden die Soldaten sehr sorgfältig mit Ausrüstung und Munition umgehen. „Außer vielleicht mal einer Plastikhülse bleibt da nichts liegen“, erklärt der KSK-Sprecher.

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