Messe Ditzingen Mobil Alles, was Reifen hat, ist auf der Straße

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Autohändler und Fahrradanbieter haben am Wochenende in der Stadtmitte ausgestellt. Auch Geschäfte profitierten davon.

Räder  und Autos sind die Hauptthemen bei der Messe Ditzingen Mobil. Foto: factum/Weise
Räder und Autos sind die Hauptthemen bei der Messe Ditzingen Mobil. Foto: factum/Weise

Ditzingen - Es ist eine gigantische Messehalle unter freiem Himmel. In der Münchinger Straße und der Marktstraße sind am Wochenende 160 Autos ausgestellt worden, auf Hochglanz polierte Modelle. Zweiradfans konnten sich ebenfalls über Neuheiten informieren. Auch die Einzelhändler profitierten vom Publikums­andrang und dem herrlichen Wetter, am Samstag wie am verkaufsoffenen Sonntag. Zahlreiche Aktionen für Kinder machten das Ganze zu einem Familienziel.

Wenn ein Auto überzeugen soll, muss man sich darin wohlwühlen. Was macht ein Mann also als Erstes, wenn er ein ihm interessant erscheinendes Kraftfahrzeug beschnuppert? Er nimmt auf dem Platz vorn links Platz und fasst das Lenkrad an. Nach dem Probesitzen wird die Tür zugehauen. Denn auch dieser Sound muss stimmen. Dass Menschen, die sich für neue Autos interessieren, aber zuerst nach dem Antrieb mit Strom fragen, das kommt sehr selten vor. Die Nachfrage sei gering, sagen die Autohändler und ihre Verkäufer, Pardon, Sales Manager, übereinstimmend. Zu gering seien bei den meisten Modellen noch die Reichweiten mit bestenfalls 250 Kilometern, um Vielfahrer zu überzeugen. Wer wolle schon sein Auto jeden Abend an die Steckdose hängen oder bei einer Urlaubsfahrt stundenlang Akkuladepause einlegen? Zu hoch seien zudem die Preise der Stromer noch im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel, hört man ergänzend.

Repräsentation wichtiger als Verkauf

Als Kompromiss gilt der Hybrid, also der Antrieb mit Elektro- und Verbrennungsmotor in einem Auto. Nichtsdestotrotz werden zwei Wagen der amerikanischen Marke Tesla bestaunt: Die agieren, auch preislich, in der Oberklasse – haben aber eine Reichweite bis zu 500 Kilometer.

16 Händler sind gekommen, aus Ditzingen, Gerlingen, Leonberg oder Stuttgart – auch wenn manche von ihnen unverblümt sagen, das geschehe nur wegen des Dabeiseins. „Durch die Messe wird kein Auto mehr verkauft“, meint Frank Jutz aus Gerlingen. Die Teilnahme sei für ihn aber Pflicht, allein zum Repräsentieren – immer wieder begrüßt er Kunden. Derselben Meinung ist auch sein Kollege Günther Stickel aus Ditzingen. „Reine Imagewerbung“ sei die Teilnahme, „ich komme nicht hierher, um fünf Autos zu verkaufen.“

Ditzingens Oberbürgermeister Michael Makurath freut sich schon am Samstagnachmittag über die vielen Besucher; das Zusammenlegen der einstigen Zweiradmesse mit der Autoschau vor einigen Jahren sei „eine kluge Entscheidung“ gewesen. 8000 bis 10 000 Menschen, so schätzt der Mitveranstalter Joachim Degl, seien an beiden Tagen gekommen. Die Messe sei ein Service für Bürger und Besucher, sagt Guido Braun vom Stadtmarketing. Wo sonst finde man so viele Aussteller und so viele Fahrzeuge auf kleinem Raum? „Die Aussteller würden nicht mitmachen, wenn sie sich von dieser Form der Präsentation nichts Positives versprechen würden.“

Am Sonntagnachmittag jedenfalls sind noch mehr Menschen unterwegs als am Samstag. Kinder stehen an der Pumptrack an, Radverkäufer werden bestürmt mit Fragen nach Pedelecs. Nur einer ist auch da auf nur einem Rad unterwegs: der Straßenkünstler und -jongleur Peter Jagusch.

Die Autohändler hatten übrigens nicht nur Nagelneues dabei. An einem Stand gab es einen Gebrauchtwagen, 9900 Kilometer gefahren, weiß, groß, schön und edel. Für 94 890 Euro. Fast günstig, wenn man den Neupreis von 134 000 Euro bedenkt.




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