Mexiko Knochen eines der 43 verschwundenen Studenten gefunden

Von red/epd 

Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in der südmexikanischen Stadt Iguala sind Knochenfunde einem der jungen Männer zugeordnet worden. „Diese Identifizierung bricht mit einer Lügengeschichte“, erklärte der Chefermittler.

Das Archivfoto von 2014 zeigt Forensiker in Cocula  im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Foto: dpa/Rebecca Blackwell
Das Archivfoto von 2014 zeigt Forensiker in Cocula im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Foto: dpa/Rebecca Blackwell

Frankfurt a.M., Mexiko-Stadt - Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in der südmexikanischen Stadt Iguala sind Knochenfunde einem der jungen Männer zugeordnet worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten in Mexiko-Stadt mitteilte, wurden die Knochen als sterbliche Überreste des damals 19-jährigen Lehramtsanwärters Christian Alfonso Rodríguez Telumbre identifiziert. Unmittelbar nach dem Verschwinden der Studenten von den Behörden verbreitete Ermittlungsergebnisse scheinen damit widerlegt.

Die Ermittler hatten die Knochen bereits im November in einer Schlucht gefunden. Danach seien sie von Experten in Anwesenheit von Familienangehörigen untersucht und später an die Universität Innsbruck geschickt worden, erklärte der Leiter der Spezialeinheit für den Fall, Omar Gómez Trejo. Dort seien die Knochen identifiziert worden, ein Team argentinischer Forensiker habe das Ergebnis bestätigt.

Strafverfolger schilderten andere Version

Rodríguez Telumbre war einer der Studenten des Lehramtsseminars Ayotzinapa, die am 26. September 2014 von Polizisten und Kriminellen in Iguala im Bundesstaat Guerrero angegriffen wurden. 6 Menschen starben, 43 der jungen Männer verschwanden. Bis heute ist unklar, was mit ihnen passiert ist. Vermutlich wurden sie ermordet.

Die Strafverfolger beharrten lange Zeit auf einer Tatversion, nach der die Studenten auf einem nahe gelegenen Müllplatz getötet und verbrannt wurden. Das sei die „historische Wahrheit“, erklärte der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam und wollte den Fall bereits nach wenigen Monaten abschließen. Die Angehörigen vermuteten jedoch, dass die Behörden damit die Hintergründe des Angriffs verschleiern wollten. Der jetzige Knochenfund an einem anderen Ort scheint ihnen recht zu geben. „Diese Identifizierung bricht mit einer Lügengeschichte“, erklärte der Chefermittler Gómez Trejo.




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