Ärger in Ludwigsburg Kneippbecken als Schwimmbad „missbraucht“
Im Ludwigsburger Stadtteil Hoheneck ärgern sich Bewohner über rücksichtslose Zeitgenossen. Jetzt soll häufiger kontrolliert werden.
Im Ludwigsburger Stadtteil Hoheneck ärgern sich Bewohner über rücksichtslose Zeitgenossen. Jetzt soll häufiger kontrolliert werden.
An heißen Tagen hat es in diesem Sommer ja nicht gemangelt – und so waren die Menschen häufig froh über jede Möglichkeit, die sich zur Abkühlung bot. Im Ludwigsburger Ortsteil Hoheneck haben es einige dabei mit der Hygiene und den Regeln aber offenbar nicht allzu genau genommen.
In den vergangenen Wochen und Monaten sollen vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, oft ganze Familien, das Kneippbecken – eine kleine Institution unweit des Neckars – regelrecht als „Badeanstalt missbraucht“ haben. Nicht nur Kinder hätten in dem Wasser geplanscht, das Ganze ging offenbar soweit, dass Erwachsene sich auch in das Armbecken gesetzt haben sollen.
Dass das so nicht geht, darauf haben wohl Zeugen schon das ein oder andere Mal aufmerksam gemacht. So wurde es jedenfalls im Stadtteilausschuss, der das Thema in seiner jüngsten Sitzung auf der Tagesordnung hatte, berichtet. „Bürger, die kneippen wollen, werden aufs Übelste beschimpft und auch bedroht“, hieß es dort. Immerhin: Die Polizei musste bislang noch nicht eingreifen.
Dass das Baden in dem Tretbecken sich nicht gehöre, sei nicht nur eine Frage des guten Benehmens, sondern auch der Hygiene beziehungsweise der Sicherheit, sagte Michael Roock (CDU). Die Wasserqualität leide beträchtlich. Der Kneippverein Ludwigsburg hatte angeregt, das Becken an eine renaturierte Quelle anzuschließen. Das wurde abgelehnt. Die Saison ist für dieses Jahr ohnehin vorbei, das Becken wird immer nur von Mai bis Ende September gefüllt. Zwei Mal pro Woche lassen die Stadtwerke das Wasser komplett ab und reinigen das Becken. „Das ist ein enormer Aufwand und auch ein Kostenfaktor“, sagt Susanne Wizemann, Vorsitzende des Kneippvereins. Die Situation mit den badenden Besuchern sei „ärgerlich“, denn eigentlich werde die Anlage gut genutzt – so auch von Radlern, die am Neckar fahren und sich erfrischen wollen. Wizemann weiß aber auch: „Solche Probleme gibt es an vielen Kneippanlagen im Land.“
Der Ordnungsdienst wird in der neuen Saison öfter am Kneippbecken kontrollieren. „So funktioniert kein gutes Miteinander“, sagte Bürgermeisterin Andrea Schwarz zu den Vorfällen. „An die Regeln müssen sich alle halten, unabhängig von ihrer Herkunft.“ Zumal es ein paar hundert Meter weiter ein Freibad gebe. Eigentlich seien die Regeln für die Anlage klar auf einem Schild ersichtlich – übrigens auch mit Piktogrammen, die ganz unmissverständlich zeigen: Hier ist Baden nicht erlaubt. Eventuell wird die Stadt das mit weiteren ergänzenden Bildchen noch einmal unterstreichen.