Millioneninvestition in Schorndorf Die Entscheidung über den Bibliotheksneubau steht an

Die neue Stadtbibliothek soll ein Ort der Begegnung für alle werden. Foto: Ippolito Fleitz Group

Mit einem Maximalpreis von 8,5 Millionen Euro herrscht Kostensicherheit beim Neubau der Bibliothek. Nun entscheidet der Schorndorfer Gemeinderat über das Projekt.

Die neue Schorndorfer Stadtbibliothek soll ein Ort der Begegnung für alle werden und ein Frequenzbringer für die Innenstadt. Dies alles in einem neuen Domizil, für das der historische Spitalhof am Archivplatz, in dem einst das Technische Rathaus residierte, mit einem Neubau verbunden wird. Die endgültige Entscheidung über diesen Neubau für die Stadtbibliothek trifft der Schorndorfer Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 7. April.

 

Der neue OB hat sich überzeugen lassen

In jener Sitzung, so informierte Oberbürgermeister Bernd Hornikel zum Wochenbeginn in einer Pressekonferenz, geht es um den Beschluss darüber, ob die aus einem europaweiten Ausschreibungs- und Vergabeverfahren als Bestbieter hervorgegangene Schorndorfer Firma Schatz projectbau als Generalunternehmer mit dem Bau einer neuen Stadtbibliothek am Standort Spitalhof beauftragt wird. In ihrem Angebot garantiert die Firma einen Maximalpreis in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Er habe sich im Wahlkampf in Sachen Stadtbibliothek noch ausdrücklich bedeckt gehalten, sagte OB Hornikel. Denn er habe sich vom vorgelegten Konzept samt Kosten erst noch überzeugen lassen wollen – „das ist in den vergangenen Wochen hervorragend gelungen“.

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Die aktuellen Räumlichkeiten der Stadtbücherei umfassen nur knapp 500 Quadratmeter und sind für eine zeitgemäße Bibliothek, die Orte der Begegnungen und Treffpunkte sind, zu klein. Die Bücherei stamme aus den 1980ern, so sagte Bibliotheksleiterin Marianne Seidel, verfüge über viele Regale und sehr freundliche Mitarbeiter. Das reiche heute für eine moderne Bibliothek aber einfach nicht mehr aus. Menschen aller Altersgruppen benötigten heute mehr Platz zum Lernen, Arbeiten und für Begegnungen. Weder die Etablierung als Treffpunkt und Veranstaltungsort noch ein Ausbau der Kooperationsarbeit im Bereich der Sprach- und Leseförderung sei im bisherigen Gebäude möglich, sagt Marianne Seidel.

Die Besucherzahlen könnten sich verdoppeln

Die neue Stadtbibliothek soll, so betonte der Erste Bürgermeister Thorsten Englert, auch ein Frequenzbringer für die Innenstadt sein. Im alten Gebäude zählte die Stadtbücherei im Jahr 2019 mehr als 65 000 Besucher, das sind etwa 270 Besuche pro Öffnungstag. Die Stadtverwaltung rechnet in zentraler Lage und mit attraktiven Räumen mit mindestens 120 000 Besuchern pro Jahr, das wären fast 500 Besuche pro Öffnungstag.

Für den Bibliotheksstandort am Archivplatz hatte sich der Gemeinderat im November 2016 entschieden. Dieser Entscheidung folgte ein Wettbewerbsverfahren, an dem sich fünf Architekturbüros beteiligten und aus dem im April des Folgejahres die Ippolito Fleitz Group aus Stuttgart mit ihrem Entwurf als Sieger hervorging. Mit dem Siegerbüro, so Thorsten Englert, sei anschließend intensiv an der Weiterentwicklung der Planung für das neue Schorndorfer Bibliotheksgebäude gearbeitet worden.

Ippolito Fleitz sieht hierfür einen kubischen Anbau an das historische Gebäude Archivstraße 4 vor, der dessen Geschosshöhe aufnimmt. Der Anbau zeichnet sich dadurch aus, dass er – von oben belichtet – als offene Galerie konzipiert ist und so Blickbeziehungen über alle Stockwerke hinweg ermöglicht.

Es gibt eine maximale Kostensicherheit

Ziel der Verwaltung sei es immer gewesen, eine weitgehende Kostensicherheit zum Projektstart zu gewährleisten, betonte Englert. Dies unter der Prämisse, dass der Gemeinderat die Entscheidungshoheit, verbunden mit einer Exit-Strategie bis zum finalen Vergabe- und Baubeschluss behält. Auf dieser Basis erteilte der neu gewählte Gemeinderat im November 2019 der Verwaltung den Auftrag, ein europaweites Ausschreibungs- und Vergabefahren durchzuführen. Mit dem nun vorliegenden Angebot zum garantierten Festpreis von 8,5 Millionen für den Neubau, so Englert, sei auch die Vorgabe der maximalen Kostensicherheit erfüllt.

Stimmt der Gemeinderat der Beschlussempfehlung der Stadt zu, kann im Frühjahr 2023 mit dem Bau der neuen Stadtbibliothek begonnen werden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Ende 2024 geplant. In den Haushalten stehen laut bisheriger Planungen für das Bibliotheksprojekt insgesamt 11,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Zu Sanierungsfördermitteln, die vom Land Baden-Württemberg in Aussicht gestellt sind, kommen zusätzlich auch noch Spenden- und Sponsoringmittel. Das Schorndorfer Unternehmen Schloz hat hier bereits 300 000 Euro zugesagt.

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