Millioneninvestition in Standort Lapp-Kabel hat in Ludwigsburg große Pläne

Lapp plant, sein Logistikzentrum in Ludwigsburg zu erweitern und zu modernisieren. Foto: Lapp

Das Unternehmen aus dem Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie plant, sein Logistikzentrum nahe der Autobahn zu modernisieren und zu erweitern. Was genau ist vorgesehen?

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Während viele Unternehmen gerade pessimistisch in die Zukunft blicken, verfolgt die Lapp-Gruppe derzeit große Pläne. Deren Logistikzentrum im Gewerbegebiet „Hintere Halden“ im Westen Ludwigsburgs, nahe an der A 81 Heilbronn-Stuttgart gelegen, soll deutlich erweitert werden. Das Unternehmen mit dem Schwerpunkt im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie möchte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in seinen Standort in der Barockstadt investieren. Mit dem Anbau soll das Lapp-Logistikzentrum in Stuttgart-Möhringen komplett ersetzt werden. Das Unternehmen ist auf Expansionskurs, sagt Matthias Lapp.

 

Vergrößerung um ein Drittel

„Wir haben eine klare Wachstumsstrategie“, erklärt der Geschäftsführer der Lapp-Gruppe. Die Logistik sei ein Herzstück des Unternehmens. Um weiter zu wachsen und als Arbeitgeber für Fachkräfte attraktiv zu bleiben, seien die Erweiterung und dei Modernisierung unbedingt vonnöten.

Derzeit stehen auf dem Firmengelände im Bereich Liebigstraße/Westrandstraße Hallen mit einer Gesamtfläche von rund 30 000 Quadratmetern. Nach dem Anbau werde die Hallenfläche um etwa ein Drittel wachsen. Geplant sind um die 46 000 Quadratmeter, wobei sich Lapp nicht auf diese Zahl festlegen möchte. Die Details der Erweiterung seien noch mit der Belegschaft und den Entscheidungsträgern in Ludwigsburg abzustimmen.

Klar ist jedoch, dass sich die Kapazitäten in der Barockstadt in etwa verdoppeln sollen. Möglich wird dies auch, weil der Standort optimiert und der Grad der Automatisierung erhöht werden sollen. Die Arbeitsprozesse sollen effizienter, Transport- und Lieferwege verkürzt werden.

Möhringer Beschäftigte sollen wechseln

Auch für die derzeit 180 Beschäftigten in Ludwigsburg soll sich das Umfeld verbessern. Zum Beispiel werden die Arbeitsplätze ergonomisch sinnvoller gestaltet. Und: „Durch erhöhte Automatisierung fallen viele manuelle und körperlich anstrengende Tätigkeiten weg“, sagt Lapp. Dank des Wachstums werde es dennoch genügend Arbeit für die Beschäftigten geben.

Künftig sollen auch den rund 110 Festangestellten, die nun noch in der Stuttgarter Logistik arbeiten, Stellen in Ludwigsburg angeboten werden. Diejenigen, die aus persönlichen Gründen nicht in die Barockstadt wechseln können oder wollen, sollen alternative Angebote erhalten.

Baubeginn ist schnellstmöglich

In Ludwigsburg ist die Lapp-Logistik seit dem Jahr 2013 ansässig. Gedankenspiele, sich am Standort zu vergrößern, gibt es bereits seit Längerem, bestätigt der Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen schließlich eine ehemals städtische Fläche angekauft, die sich südlich an das bereits bebaute Firmengelände anschließt.

Wann genau schweres Gerät anrollen wird, ist bis jetzt noch nicht klar. „Wir wollen schnellstmöglich bauen“, sagt Matthias Lapp dazu. Die Planungsphase ist noch nicht abgeschlossen. Zudem fehlen noch entsprechende Genehmigungen. Bis 2026 sollen die Bauarbeiten allerdings beendet sein, erklärt der Geschäftsführer.

Das Logistikzentrum im knapp 30 Kilometer entfernten Möhringen ist bereits seit 50 Jahren im Betrieb. Das dreistöckige Gebäude werde jedoch den aktuellen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Daher hat der Vorstand der Lapp-Gruppe entschieden, den Betrieb in das Ludwigsburger Zentrum zu integrieren. Sobald der Neubau fertig ist, soll der Umzug passieren.

Bekenntnis zu Deutschland und Ludwigsburg

Bei dem Millionenprojekt handelt es sich nach eigenen Angaben um die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Für den Geschäftsführer sind die Pläne ein „klares Bekenntnis zum Standort Deutschland“. Als „tolles Bekenntnis zum Standort Ludwigsburg“ wertet Lars Frommer, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung in Ludwigsburg, die Ankündigung. Die Stadt sei froh, dass ihr das Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen erhalten bleibe. Möglich werde der Ausbau durch die Erweiterung des Gewerbegebiets „Hintere Halden“.

Stadt hat nur noch wenige Flächen für Industrie und Gewerbe

Insgesamt gibt es nicht mehr viele Flächen, die Ludwigsburg ansiedlungs- und erweiterungswilligen Unternehmen anbieten kann. „Es werden immer weniger“, sagt Frommer. Im Bereich „Waldäcker“ am Südwesteingang der Stadt, nahe der Firma Mann+ Hummel, stünden derzeit noch zwei Grundstücke zum Verkauf. Eine Fläche hält die Stadt außerdem an der Eisenbahnstraße bereit. Zudem ist direkt an der Westrandstraße noch ein Grundstück frei. „Unsere Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt“, sagt Frommer zusammenfassend.

Seit einem halben Jahr merkt der Wirtschaftsförderer allerdings eine Zurückhaltung bei den Unternehmen. „Es gibt immer wieder interessierte Anfragen“, sagt er. Dennoch sei spürbar, dass viele Unternehmen momentan zurückhaltend mit ihren Investitionen sind – anders als die Lapp-Gruppe.

Mehr als 5000 Mitarbeiter

Geschäft
 Der Kernmarkt der Lapp-Gruppe ist der Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart ist Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten in der Kabel- und Verbindungstechnologie. Dazu zählen etwa Kabel, flexible Leitungen, Industriesteckverbinder und Verschraubungstechnik. Tätig ist das Unternehmen auch in der Automatisierungstechnik, der Robotik, der Lebensmittelindustrie, der Logistik, dem Energiesektor und der Mobilität.

Unternehmen
 Lapp ist seit seiner Gründung im Jahr 1959 in Familienbesitz. Im Geschäftsjahr 2021/22 kam der Betrieb auf einen Umsatz von rund 1,86 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 5000 Mitarbeiter.  

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