Mobilfunk in Stuttgart Deutsche Funkturm baut Sendemast an der Heinestraße

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Die Deutsche Funkturm, eine Tochtergesellschaft der Telekom, investiert in die Mobilfunkversorgung in Stuttgart-Sonnenberg und Stuttgart-Degerloch.

Mit dem neuen Mast soll die Versorgung mit LTE verbessert werden. Foto: dpa
Mit dem neuen Mast soll die Versorgung mit LTE verbessert werden. Foto: dpa

Sonnenberg/Degerloch - Die Versorgung mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE ist in Stuttgart lückenhaft. Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH möchte dies ändern und plant an der Ecke Heinestraße und Laustraße genau auf der Gemarkungsgrenze Sonnenberg/Degerloch einen neuen Sendemast. Er soll vor allem die beiden Straßen und die angrenzenden Wohnhäuser mit LTE versorgen. „Wir bemühen uns schon länger, die Lücke dort zu schließen“, sagte Holger Völkner von der Deutschen Funkturm im Möhringer Bezirksbeirat.

Der bestehende Mobilfunkmast am Seniorenzentrum an der Laustraße reiche nicht aus, um die Sonnenberger Randbebauung mit LTE zu erreichen. Das Prinzip sei einfach: „Je weiter weg von einer Anlage ich mich befinde, desto schwächer ist das Signal für mein Handy“, erklärte Völkner. Der 9,90 Meter hohe Mast, der die Versorgungslücke schließen soll, soll auf dem Gehweg der Heinestraße am Waldrand gebaut werden. An der Stelle befindet sich momentan ein Mast, an dem ein Seil für die Straßenbeleuchtung angebracht ist. Dieser wird durch den Mobilfunkmast ersetzt, die Straßenbeleuchtung dann wieder hergestellt.

Bundesnetzagentur prüft jeden Standort

Der Mast verfügt über Antennen, neben ihm werden die Technikschränke für die Mobilfunkversorgung aufgebaut. „Die ausreichende Gehwegbreite von 1,50 Meter bleibt“, kündigte der städtische Mobilfunkkoordinator Thomas Saile an. Für den Standort sei keine baurechtliche, waldrechtliche oder landschaftsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Gegenstimmen aus dem Bezirksbeirat gab es keine, allerdings einige Nachfragen, unter anderem zur Strahlenbelastung. Jede neue Mobilfunkanlage werde von der Bundesnetzagentur bescheinigt, sagte Völkner.

Sie prüfe, dass ein Schutzbereich um die Antennen eingehalten werde, in dem sich niemand aufhalten könne. Werde dieser Mindestabstand nicht eingehalten, dürfe der Mast nicht gebaut werden. Ob der Mast am Waldrand Einfluss auf die Tierwelt habe, konnte Thomas Saile nicht sagen. „Es gibt viele Mobilfunkstandorte im Wald, aber keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Auswirkungen auf Tiere“, sagte der Mobilfunkkoordinator.

Auch andere Anbieter können den Mast nutzen

„Kleinzellensender erzeugen weniger Strahlung. Hat man darüber für Sonnenberg nachgedacht?“, fragte Monika Herrmann (Grüne). Holger Völkner erläuterte, dass solche Kleinzellen nur eine sehr geringe Sendeleistung hätten. Schon nach etwa 100 Metern sei die Leistung sehr schwach. „Man bräuchte mehr Kleinzellensender, um die gleiche Leistung zu erreichen.“ Für Fußgängerzonen beispielsweise seien die Kleinzellen eine schöne Ergänzung, „aber sie sind für die Grundversorgung unbrauchbar“.

Tanja Bachmann (FDP) fragte, ob auch andere Mobilfunkanbieter den Mast nutzen könnten. Zwar baue die Deutsche Funkturm den Masten, es sei aber denkbar, dass ein weiterer Anbieter eigene Antennen dort anbringe. „Theoretisch geht das. Aber auch das würde die Bundesnetzagentur zunächst prüfen“, sagte Völkner.

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