Mobilität in Stuttgart Ist das Auto auf dem Rückzug?

Nimmt das Auto in Stuttgart weniger Platz ein? Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Zahl der Autos in Stuttgart ist auch 2023 zurückgegangen – wie jedes Jahr seit 2020. Das belegt eine nun veröffentlichte Statistik der Stadt. Und es gibt weitere Hinweise für eine Trendwende bei der Mobilität.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Die Anzeichen mehren sich, dass in Stuttgart die Zahl der Autos ihren Höhepunkt überschritten hat. Das legen jetzt von der Stadt Stuttgart im Internet veröffentlichte Zahlen nahe. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Autos in der Stadt im Vergleich zu 2022 um 0,7 Prozent auf 294 789 gesunken.

 

Langsame, aber stetige Entwicklung

Verglichen mit dem bisherigen Höhepunkt des Autobestandes im Jahr 2020 ist das immerhin ein Minus von 2,6 Prozent. Dieses Jahr war ein Scheitelpunkt: Zuvor war der Bestand an Autos fast Jahr um Jahr gewachsen. Seither sinkt er ebenso kontinuierlich, wenngleich langsam.

Bei der Zahl der Kraftfahrzeuge je Einwohner ist der Rückgang minimal: 570 je 1000 Einwohner waren es im vergangenen Jahr – eines weniger als 2022. Hier werden aber nicht nur Autos, sondern sämtliche Fahrzeuge gezählt, auch Lastwagen und Motorräder. Deren Anzahl ist weiter leicht gestiegen. Allerdings gibt es in der Stadt 15mal mehr Autos als Lastwagen – der Zuwachs bei den Lkw liegt nur bei rund 600 Fahrzeugen.

Und auch hier macht der Kontrast mit 2020 die Entwicklung deutlicher: Damals kamen wie schon 2019 insgesamt 580 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner, also zehn mehr als aktuell.

Auch laut Umfragen wird Auto weniger wichtig

Die Trendwende deckt sich mit Erkenntnissen aus Mobilitätsumfragen in der Stadt, wonach seit dem Coronajahr die Bedeutung des Autoverkehrs abgenommen hat. Im Jahr 2020 gaben bei der großen Mobilitätsumfrage der Stadt und der SSB noch 37 Prozent an, sie seien als Fahrer oder Mitfahrer im Auto unterwegs. Im Jahr 2022, dem aktuellsten Zeitpunkt, zu dem es Daten gibt, waren es noch 31 Prozent. Alle Alternativen zum Auto, der öffentliche Verkehr, das Fahrrad und der Fußverkehr, haben seit 2020 hingegen relativ gleichgewichtig zugelegt.

Im Jahr 2000 lag die Quote der Autonutzer noch bei 46 Prozent. Es wurde damals deutlich weniger Rad gefahren und auch etwas weniger zu Fuß gegangen als heute. Nur der öffentliche Verkehr hat 2022 mit 19 Prozent an seinen damaligen Anteil von 21 Prozent noch nicht ganz wieder anknüpfen können. Seither hat aber das günstige Deutschlandticket die Voraussetzungen deutlich verändert.

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