Modellautos in S-Ost Sammler lieben Mahle- und Scholpp-Autos

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Im Muse-O in Gablenberg werden 300 Modellautos gezeigt, darunter einige echte Raritäten wie Elektronmetall-Autos, Baur-Cabriolets und seltene alte Rennbahn-Systeme.

Ein Auto-Union-Rekordauto von Elektronmetall Cannstatt (EC, später Mahle). Foto: Jürgen Brand 10 Bilder
Ein Auto-Union-Rekordauto von Elektronmetall Cannstatt (EC, später Mahle). Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Wer in eine Internet-Suchmaschine die Begriffe Modellautos und Sammler eingibt, dem werden binnen Sekundenbruchteilen rund 700 000 Suchergebnisse angezeigt, egal ob Modellauto-Börsen, „Die zehn teuersten Modellautos, die je produziert wurden“ oder Software für die Verwaltung der Sammlerstücke. Kein Wunder also, dass sich der Museumsverein Stuttgart-Ost (Muse-O) des Themas für seine große Weihnachtsausstellung an nimmt. Zumal es in auch in Stuttgart eine Modellauto-Tradition gibt, sowohl was die Produktion als auch was das Sammeln angeht.

Feuerwerksraketen als Antrieb

Echte Raritäten sind beispielsweise die Modellautos des Kolbenherstellers Mahle. Mahle hieß früher Elektronmetall Cannstatt, abgekürzt EC. Der Name gab schon den Hinweis auf den wichtigsten Grundstoff der EC-Produkte. Elektronmetall oder einfach nur Elektron ist eine Leichtmetall-Legierung aus Magnesium und Aluminium und war einst für den Fahrzeug- und Flugzeugbau wichtig. Egal ob Bugatti, Mercedes oder Borgward – alle hatten einzelne Modelle mit Elektron-Karosserien. EC und später Mahle verwendete die Legierung, um Werbeautos herzustellen, vor allem kleine Nachbildungen der Rekordwagen der Auto-Union und von Mercedes. Manche diese Versionen hatten ein Loch im Heck, sodass man Feuerwerksraketen hineinstecken und als Antrieb für Rennen auf dem Gehweg verwenden konnte. Deswegen hat ein Modell der Muse-O-Ausstellung auch entsprechende Brandspuren.

Ganz viele Scholpp-Kräne

Ein anderes spezielles Sammelgebiet mit Stuttgart-Bezug sind die kleinen Nachbildungen der einst beliebten Baur-Cabriolets. Die Firma Baur im Stadtteil Berg war einst die Cabrioschmiede von BMW und blieb das auch bis weit in die 1990er Jahre hinein, bis der Großauftrag aus München ausblieb, das Unternehmen erst verkauft und später geschlossen wurde. Einige der Baur-Miniatur-Nachbildungen sind in Gablenberg zu sehen. Auch der Stuttgarter Schwerlastspezialist Scholpp ist im Muse-O stark vertreten, von kaum einer anderen Firma gibt es auf dem Markt so viele Fahrzeug-Nachbildungen. Unter anderem ist ein großes Diorama zu sehen, das vor einigen Jahren eigens für das Jubiläum des Stuttgarter Hafens angefertigt worden war.

Insgesamt werden im Muse-O, Gablenberger Hauptstraße 130, 300 Ausstellungsstücke gezeigt. Die Ausstellung wird am Sonntag, 10. November, um 15 Uhr eröffnet und kann samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 3 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Gezeigt werden die Modellautos bis 26. Januar 2020 (www.muse-o.de).

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