Moschee-Streit in Leinfelden-Echterdingen Seit wann wusste die Stadt vom Schülerwohnheim?

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Es will einfach keine Ruhe einkehren in den Moschee-Streit in Leinfelden-Echterdingen. Im Zentrum des Streits steht der Bau eines gewünschten Schülerwohnheims. Dieses wird vom Verein für Bildung, Kultur und Integration geplant.

Beim Bau der Moschee in Leinfelden-Echterdingen ist es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Das Bild ist vom Juli 2019. Foto: Natalie Kanter
Beim Bau der Moschee in Leinfelden-Echterdingen ist es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Das Bild ist vom Juli 2019. Foto: Natalie Kanter

Oberaichen - Um den Bau der Moschee in Oberaichen ist ein Streit entbrannt, der andauert. Ausgefochten wird er zwischen dem Bauherr und der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht aktuell ein Schülerwohnheim. Dieses plant der Verein für Bildung, Kultur und Integration (VKBI) im Rahmen des Moschee-Baus. Die Stadt sieht dies kritisch und zeigte sich in der Vergangenheit überrumpelt vom VKBI.

Ende der vergangenen Woche hatte der VKBI per Pressemitteilung klargestellt: „Der Stadt waren sämtliche Nutzungsabsichten des Vereins von Beginn an bekannt.“ Das gelte auch für das Schülerwohnheim. Dem widerspricht die Stadt nun ihrerseits in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Das Projekt Schülerwohnheim „wurde zufällig bekannt“, heißt es. Die Stadt sei davon ausgegangen, dass der VKBI ein Wochenend- und Ferienkonzept für Schüler zwischen zehn und 18 Jahren verfolge.

Der Vertragspartner sei unzuverlässig

Bei einem außergerichtlichen Vergleichgespräch sei dann deutlich geworden, dass diese Pläne überholt seien und nun ein Schülerwohnheim angestrebt werde, heißt es von der Stadt. „Der maßgebliche Unterschied besteht in der nunmehr dauerhaften Unterbringung der Schüler“, steht in der Mitteilung. „Hierin sieht die Stadt eine weitere Bestätigung der Unzuverlässigkeit ihrer Vertragspartner.“ Letzteres spielt auf den Bau der Moschee an, der sich immer wieder verzögert hat. Der Verzug verletze den Vertrag zwischen Stadt und VKBI, weshalb sich die Stadt das Grundstück, das sie dem VKBI im Erbbaurecht verkaufte hatte, wieder zurückholen will. Dazu steht am 14. Januar ein Gerichtstermin an.