MTV Spendenlauf Hunderte Läufer drehen am Kräherwald ihre Runden

Von Ralf Recklies 

Engagierte Sportler und Freunde des MTV laufen beim MTV-Spendenlauf unter dem Motto „Kräherwald bewegt sich“ Hunderte Kilometer auf der Tartanbahn und durch den Wald.

Jede gelaufene Runde wurde mit einem Gummiband gezählt. Foto: Ralf Recklies
Jede gelaufene Runde wurde mit einem Gummiband gezählt. Foto: Ralf Recklies

S-West - Stolz tragen der fünfjährige Julian und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jonas die Urkunden, die sie erhalten haben. Entsprechend ihrem Alter haben die beiden beim MTV-Spendenlauf „Kräherwald bewegt sich“ je fünf und drei 400-Meter-Runden bei strahlendem Sonnenschein auf der Tartanbahn zurückgelegt und sind sichtlich zufrieden. Vater Martin Schumann, der einst beim MTV sportlich aktiv war, heute aber in Kornwestheim lebt und eher selten auf dem Sportgelände am Kräherwald ist, hat bei der Rundenzahl die goldene Mitte seiner Söhne gewählt: „Ich bin vier Runden gelaufen“, sagt er schmunzelnd. Schon bei der Premiere im Vorjahr wäre er gerne dabei gewesen, um für die gute Sache zu laufen. „Da hatte es zeitlich aber nicht gepasst“, so Schumacher, der diesmal aber mit seinen Jungs wie viele andere Laufbegeisterte vergnügt einige Runden drehte.

Zweite Auflage der Benefizveranstaltung

Mehr als nur ein paar Runden waren am Sonntag unter anderem Michael Weber und Vera Kountounidis von der Gruppe Marathonis unterwegs. Während Weber gezielt auf die Strecke ging, um die Marathondistanz von 42 Kilometern zum inzwischen 338. Mal zurückzulegen, hat sich seine Vereinskameradin vom 100 Marathon Club Deutschland erst vor Ort dazu überreden lassen, die Laufschuhe anzuziehen. Dem Club gehören übrigens nur Läufer an, die „mindestens 100 Marathons gesammelt haben“, sagte Weber im Gespräch mit Annabelle Kalb. Sie hat bei der zum zweiten Mal veranstalteten Benefizveranstaltung mit zahlreichen Triathlon-Kollegen nicht nur ihre Qualität als Organisatorin unter Beweis gestellt, sondern sich auch als Moderatorin bewährt. Immer wieder holte sie Sportler vors Mikrofon und sorgte somit dafür, dass es neben Sport und Musik auch viele interessante Informationen zur Aktion, den Beteiligten und den Empfängern des Erlöses gab.

Waren es im vergangenen Jahr die Wheelers und die Blindenkicker des MTV, die sich zusammen über einen Erlös in Höhe von 10 000 Euro nach insgesamt Hunderten gelaufenen Kilometern freuen konnten, so wird das Geld diesmal an die MTV-Volleyballakademie fließen. Ganz gezielt hatte diese um Unterstützung gebeten, so Kalb und ihre Kollegin Nevine Papilion. Dort sollen schließlich auch junge Talente unterstützt werden, die finanziell von zu Hause aus nicht die Möglichkeiten haben, Sport im Spitzenbereich auszuüben, wie Trainer Bojan Slegel erläuterte. Außerdem wolle man künftig auch Trainingsangebote im Stuttgarter Norden machen, während bislang nur in Möhringen trainiert werde. Aktuell betreut die Volleyballakademie rund 120 Sportlerinnen, arbeitet aber laut Slegel noch defizitär. Daher sei die Intensivierung des Angebots nur mit zusätzlichen Mitteln möglich.

Ziel ist, den Erlös des Vorjahrs zu toppen

Die Hoffnung, am Ende eine ordentliche Summe zu erhalten, dürfte sich auch erfüllen. Denn auch wenn es den Organisatoren laut Annabelle Kalb nicht nur um das Geld, sondern vor allem um das Miteinander auf dem Sportgelände gehe, wurde angestrebt, den Erlös des Vorjahres zu toppen, wenn möglich gar zu verdoppeln. Dass dies gelingen könnte, deutete sich schon anderthalb Stunden nach Beginn an: Rund 130 Läufer waren da bereits auf die Strecke gegangen, während sich am späten Vormittag kleine Staus von Laufinteressierten an der Anmeldung bildeten. Die Läufer gingen danach auf die 400 Meter lange Tartanbahn oder die knapp 1,9 Kilometer lange Strecke durch den Wald. Im vergangenen Jahr waren rund 300 Läufer gestartet.

Abseits des Laufevents war viel für Spiel, Spaß und Unterhaltung sowie für das leibliche Wohl der Teilnehmer und Besucher geboten. Und freilich war der Benefizlauf für die Mitglieder der Volleyballakademie auch „ein Pflichttermin“, wie Trainer Bojan Slegel sagte. Der hatte an einige Sportlerinnen delegiert, ein paar Runden für ihn mitzulaufen, während er die Strecke „nur einmal gemütlich abgegangen ist“. Dafür half er auf dem Gelände und stand bei Fragen Rede und Antwort. Wie auch die beiden Profi-Volleyballerinnen des Erstligisten Allianz MTV Stuttgart Deborah van Daelen und Madison Bugg. Sie berichteten nicht nur über ihren Alltag als Profisportlerinnen, sondern mussten am Rand der Laufstrecke auch reichlich Autogramme geben.

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