Früh aus den Federn gekommen sind sie an beiden Standorten. So zwischen sechs und sieben Uhr seien sie aufgestanden, berichten die freiwilligen Helfer. Bewaffnet mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifzangen machen sich die kleinen und großen Putzteufel auf den Weg. Das Müllsammeln vom Fluss aus bietet sich für die Marbacher an, weil es in der Kommune gleich zwei Vereine gibt, die auf dem Neckar trainieren.
Während die Müllsammler zu Fuß schon längst Ausschau nach Weggeworfenem halten, lassen die Kajak- und die Kanadier-Fahrer, zu denen auch die „Zugvögel“ gehören, in eingespielten Teams ihre Boote von einer der Anlegestellen zu Wasser.
Viele Pfandflaschen
„Wir finden hauptsächlich weggeworfene Pfandflaschen“, berichtet Uwe Baumfalk vom Ruderverein. „Große Sachen wie Fahrräder finden wir ziemlich selten“, ergänzt Stefan Teuber von den „Zugvögeln“. Schweres würde eben einfach im Fluss versinken. Und ja – so schön es ist an einem Samstagmorgen im Kanadier über den Fluss zu gleiten, sehen kann man im trüben Wasser praktisch nichts – wenn es nicht gerade auf der Oberfläche schwimmt. Dennoch ziehen sie an diesem Tag unter anderem einen Bauzaun, Gartenstühle und einen Lkw-Reifen aus dem Wasser. Versierte Paddlerinnen fahren zum Sammeln nah ans Ufer. Dahin, wo man von Land aus nicht hinkommt.
„Unser Standort ist zum ersten Mal mit dabei“, berichtet Meike Riley ein paar Kilometer weiter in Ludwigsburg. Sie ist Standortverantwortliche im Bahnhofsrat, der sich ein hoch frequentiertes Betätigungsfeld auserkoren hat. Sebastian Mannl, Bürgermeister in der Barockstadt, ist schon mit dem Marbacher Rathauschef Jan Trost und Stefan Spielmann, dem Leiter der Ludwigsburger Stadtreinigung, am Neckarufer unterwegs gewesen. Später treffen sich Mannl, der inzwischen mit seinen beiden Töchtern in Ludwigsburg unterwegs war, und Spielmann am Ludwigsburger Bahnhof wieder.
Am Bahnhof liegen vor allem Kippen rum
„90 Prozent des Mülls, der hier gefunden wird, sind Zigarettenkippen“, haben sie beobachtet. In ganz Ludwigsburg sind etwa 400 Helfer an diesem Vormittag dabei, „die Schüler noch gar nicht mitgerechnet“, so Mannl. Für sie läuft die Sammelaktion schon seit Beginn der Woche. Müllsammler, die am Zentralen Omnibusbahnhof unterwegs waren, haben Erfreuliches berichtet. Es sei dort nicht so dreckig gewesen wie befürchtet. Meike Riley hat noch etwas Positives zu berichten: „Da, wo es einmal schön sauber ist, schmeißt auch so schnell niemand mehr etwas hin.“