Mundartwoche in Winnender Schulen Familie Biber schwätzt Schwäbisch

Von Harald Beck 

Dialekt ist nicht nur ein wichtiges Kulturgut, er macht Spaß – das erfahren Schüler bei der Mundartwoche, die im Rahmen der Badenm-Württembergischen Heimattage derzeit in Winnenden stattfindet.

Wolfgang Wulz weiß unterhaltsame Geschichten über die  schwäbischen Necknamen für die Orte rundum zu erzählen. Foto: Gottfried Stoppel
Wolfgang Wulz weiß unterhaltsame Geschichten über die schwäbischen Necknamen für die Orte rundum zu erzählen. Foto: Gottfried Stoppel

Heimattage - Ob er seine Geschichten lieber auf Schwäbisch oder in Hochdeutsch vorlesen soll, hat der Mundart-Schriftsteller Jürgen Riedel die Grundschüler bei der Auftaktveranstaltung der Mundartwoche an Winnender Schulen in Breuningsweiler gefragt. Hochdeutsch, haben die so ziemlich einstimmig gefordert, was der eigentlich schwäbisch erzählende Dichter zunächst auch getan hat.

Die zweite Abstimmung kurze Zeit später ist aber ganz anders ausgefallen. Nachdem Riedel jenes Stück auf Schwäbisch wiederholt hat, ist die Sache mehrheitstechnisch andersrum klar: Familie Biberich, um deren Erlebnisse es in Riedels Geschichten geht – zum Beispiel beim Schreck der Biberkinder über die furchterregende Plastik-Badente –, die muss einfach schwäbisch schwätzen.

Zehn unterhaltsame Doppelstunden zum schwäbischen Dialekt

Insgesamt zehn verschiedene Veranstaltungen umfasst die Mundartwoche an den Winnender Schulen, die im Rahmen der Baden-Württembergischen Heimattage stattfindet. Federführend organisiert sind die von der Kreissparkassenstiftung unterstützten schulischen Begegnungen mit dem schwäbischen Dialekt von dem Arbeitskreis „Mundart in der Schule“. Für diesen ist beim Auftakt samt Pressegespräch in Breuningsweiler Wolfgang Wulz mit dabei, seines Zeichens schwäbischer Necknamenpapst, Vorsitzender des Vereins Schwäbische Mundart und Mitbegründer des Arbeitskreises „Mundart in der Schule“.

Das Ziel der immer auch interaktiven Aktionen in der Schule sei, „die Dialekte als wichtiges Kulturgut und wertvolles Sprach-Erbe des Landes auch bei der jüngeren Generation nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagt Wulz. Dafür habe der von den Vereinigung Schwäbische Mundart und der alemannischen „Muttersproch-Gsellschaft“ getragene Arbeitskreis seit seiner Gründung im Jahr 2005 im ganzen Land bereits 750 Begegnungen in den Schulen organisiert und fünf Mundartwettbewerbe ausgeschrieben.

Für die Begegnungen in den Schulen stellt der Arbeitskreis schulerfahrene Mundartkünstler zur Verfügung. Diese können in den jeweiligen Schulen zu Lesungen und Werkstattgesprächen für eine Doppelstunde eingeladen werden.

Necknanmen, Lieder und schwäbisches Kabarett

Necknamenpapst Wulz selbst ist bei einer der weiteren Veranstaltungen der Winnender Mundartwoche der Vermittler spaßig-schwäbischen Sprachschatzes an der Grundschule Schelmenholz. Dort gibt es Geschichten zu den Necknamen einiger Ortschaften rundum zu hören. Weitere Angebote bis zum 5. April steigen in Höfen mit Märchen von Maria-Luise Ilg, in Birkmannsweiler ist der Liedermacher Thomas Felder zu Gast, während Friedel Kehrer ihre schwäbischen Lieder in Hertmannsweiler vorträgt. „Dr Opa erzählt“ heißt es an der Haselsteinschule, und am Georg-Büchner-Gymnasium ist am Donnerstag die heiter-hintergründig schwäbelnde Kabarettistin Sabine Essinger zu Gast.

Ach ja, beim Auftakt in Breuningsweiler hat die dramatische Enten-Episode am schwäbischen Biberbau natürlich auch ein gutes Ende genommen. Der Biberopa hat sich halb schebbs gelacht über seine hasenfüßigen Enkel und deren Furcht vor so ma harmlosa Gwiedsch-Endle.