Mundschutzpflicht in Stuttgart Wo bekommt man schöne Masken her?

Von und Elisabeth Weidling 

Gesichtsmasken zu tragen ist nun Pflicht. Inzwischen gibt es unzählige Läden, Einrichtungen und Ateliers in Stuttgart, die Stoffmasken nähen und verkaufen. Vielen ist auch wichtig, wie die Masken aussehen.

Manche Boutiquen bieten gleich ein Set an: Die Maske passend zum restlichen Outfit. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski 7 Bilder
Manche Boutiquen bieten gleich ein Set an: Die Maske passend zum restlichen Outfit. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Durch die sozialen Netzwerken geistern erste Bilder mit den Bademoden-Trends für den Sommer 2020: Für Frauen soll der Triquini total angesagt sein – ein Bikini mit Gesichtsmaske dazu. Auch in Baden-Württemberg ist das Tragen von Alltagsmasken zur Eindämmung der Corona-Pandemie nun in Läden und im ÖPNV Pflicht. Medizinische Atemschutzmasken gelten zwar als wirkungsvoller als Schals oder einfache Stoffmasken. Da die zertifizierten Masken aber schwer zu bekommen sind, sollten sie in erster Linie medizinischem Personal vorbehalten sein. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) empfiehlt daher den Bürgern auf einfache Alltagsmasken aus Stoff zurückzugreifen.

Wenn schon, denn schon: Viele wollen modische Masken

Bei der Schneidermeisterin Susanne Landis häufen sich Anfragen nach „schönen“ und „stylishen“ Masken. Im Schaufenster ihre Ateliers in Degerloch hat sie einige Modelle ausgestellt – und sogar die dazu passenden Kleider, zum Beispiel mit Flamingos drauf und mit Leopardenprint. „Auf Kundenwunsch nähe ich die passende Maske zu ihren Kleidern“, sagt Landis.

Weil sie ein Handwerksbetrieb ist, musste sie ihren Laden nicht schließen. Viele Anfragen hatte sie aber in den vergangenen Wochen nicht. In den vergangenen Wochen war Landis Alltag als Schneiderin daher recht einseitig: Masken, Masken, Masken.

Auf die Idee mit den passenden Masken zu Kleidern hat sie eine Kundin gebracht. Diese hatte eine Sonnenbrille mit Leoprint und wollte eine Maske mit demselben Muster. „Sie meinte, wenn sie schon so eine Maske tragen müsste, dann wolle sie wenigstens gut damit aussehen in ihrer Freizeit.“ Landis hat ihr dann noch das Kleid dazu geschneidert.

Auch manchen Männern ist es wichtig, die ihre Maske aussieht

Wie die Maske aussieht, scheint nicht nur Frauen wichtig zu sein. Ein Kunde möchte eine, die er „cool“ findet. Er entschied sich für eine dunkelgrüne mit Tarnmuster. Für die Schwiegermutter nimmt er eine gelbe, für das Kind eine mit Tieren drauf. „Viele Männer nehmen tatsächlich auch welche mit Blumenmustern“, sagt Landis. Ob kariert, liniert, mit Tieren oder Blumen – die 60-Jährige hat fast alle Stile im Angebot. Derzeit arbeitet sie an Masken für Kinder.

Bei ihren Masken – ebenso wie bei allen anderen selbst genähten Stoffmasken – handelt es sich übrigens nicht um ein medizinisches Produkt. Sie dienen lediglich dem Schutz anderer – falls man selbst unwissentlich mit Covid-19 infiziert ist.

Gesichtsmasken für einen guten Zweck

Der Stuttgarter Designer Michael Knoedgen hat in der vergangenen Woche das Community-Projekt Gesichtsmode.de mit einem Online-Shop gestartet. „Ich möchte den Menschen – trotz Maske – ihr Lächeln zurückzugeben“, sagt Knoedgen. „Mir ist aufgefallen, dass die meisten, die mit einer Maske herumlaufen, ängstlich oder zumindest angespannt wirken.“ Die bedruckten Masken von Gesichtsmode.de sollen ein gutes Gefühl vermitteln, sagt er. Deshalb gibt es ganz viele unterschiedliche Motive, die „Spaß machen und zum Lachen anregen“: Einhörner, Löwen, der „Corona-Bart“und die Europa-Flagge gibt es bei ihm zum Beispiel zu bestellen. Kunden können ihm auch Anregungen schicken, bei einer entsprechend hohen Stückzahl produziert der Designer diese. Die Maske mit der Europa-Flagge sei aktuell der Bestseller.

Lokalpatriotismus zeigen mit 0711-Masken

Die Masken lässt er in Handarbeit von Schneidereien aus der Region herstellen. „Als Material verwenden wir atmungsaktives Polyester, das sich das zum Bedrucken am besten eignet“, sagt Knoedgen. Den Druck übernehmen momentan zwei Stuttgarter Druckereien. Er habe nicht die Absicht, einen kommerziellen Shop zu betreiben. Fünf Prozent der Erlöse gehen an Stuttgarter Kliniken.

Marion Ringhofer, die den 0711-Store an der Königstraße und im Westen führt, hat eigene Masken nähen lassen – mit Stuttgart-Motiven. Bereits letzte Woche hatten schon Kunden bei ihr nach genau diesen gefragt. Die Masken würden die Näherinnen aus ausgemusterten 0711-Shirts herstellen, jede werde individuell bedruckt. „Damit ist jede Maske ein Unikat“, sagt Ringhofer. Man wolle an den Masken nichts verdienen, daher könne jeder dafür soviel bezahlen, wie er möchte oder könne. Die Spenden gingen an die „fleißigen Näherinnen“.

Daneben kursieren in der Stadt weitere Masken mit Stuttgart-Motiven. So haben Björn Seemann, „Stuttgarter des Jahres 2019“, und andere im Rahmen einer Benefizaktion 0711-Masken anfertigen lassen und gegen Spenden verteilt.

Auch VfB-Fans können sich nun mittels Maske outen. Der Verein bietet im Fanshop Modelle mit dem Vereinslogo an. Der Erlös geht an das VfB-Fairplay-Programm, insbesondere in die Corona-Soforthilfe.

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