Musical Oklahoma Zwischen Cowboys und Farmern kracht’s

Von Ute Jenschur 

Der Chorverband Kepler inszeniert das Musical „Oklahoma!“ in der Stadthalle.

Auf der Bühne geht es manches Mal auch so richtig ans Eingemachte. Foto: factum/Bach
Auf der Bühne geht es manches Mal auch so richtig ans Eingemachte. Foto: factum/Bach

Leonberg - Er ist schon ein stattlicher Cowboy, dieser großgewachsene, blonde Curly, und über die Maßen von sich überzeugt. Immerhin, er kann am besten Lasso werfen von allen und sieht auch noch gut aus. Seine Angebetete, die hübsche Farmerin Laurey, will nicht zugeben, dass sie den Angeber liebt. Doch von Anfang an ist klar, die beiden gehören zusammen. Aber aus Trotz verspricht Laurey ihrem zwielichtigen Farmarbeiter Jud, mit ihm zum Tanzfest zu gehen, obwohl er ihr eigentlich unheimlich ist. Und so wird es gute drei Stunden dauern im MusicalOklahoma!“, bis Curly und Laurey endgültig zusammenfinden. Drei kurzweilige und äußerst gelungene Stunden für die Zuschauer in der ausverkauften Leonberger Stadthalle.

Zum 70. Geburtstag hat der Chorverband Johannes Kepler unter Leitung von Angelika Puritscher 70 Frauen und Männer aus 28 Mitgliedschören sowie Profi-Sänger in einem Gemeinschaftsprojekt vereint. Die Solisten überzeugen allesamt: In der Rolle des stolzen Curly glänzt der Musical- und Operettensänger Martin Sommerlatte stimmgewaltig und grandios. Ihm zur Seite steht mit Anne-Katrin Meyer als Laurey eine gesanglich ebenbürtige Partnerin. Es geht um die Irrungen und Wirrungen der Liebe und die Rivalitäten zwischen Cowboys und Farmern.

Einfach gestrickt, aber witzig umgesetzt

Nach allzu tiefen Botschaften sollte man in dem Country- und Western-Musical nicht suchen. Die Story ist einfach gestrickt, aber witzig umgesetzt. Der Text von Oscar Hammerstein basiert auf dem Bühnenstück „Green grow the lilacs“ von Lynn Riggs. „Oklahoma!“ markiert in der Geschichte des Musicals einen Meilenstein. Zum ersten Mal sind die Lieder und Tanznummern nicht nur Beiwerk, sondern erzählen eine Geschichte.

Den Profi-Sängern stehen die ambitionierten und talentierten Sänger aus den Mitgliedschören des Verbands kaum in etwas nach. Allen voran an diesem Abend ist Armin Stuirbrink als Jud ein absoluter Gewinn. Der Mathematik- und Physiklehrer ist der einzige Tenorsänger der SingArt Concordia in Weissach. Sein Können zeigt er beim Showdown um die von beiden geliebte Laurey im Räucherhaus der Farm. Sommerlatte und Stuirbrink liefern sich ein starkes stimmliches Duell bei dem Lied „Armer Jud Frey“, der das Publikum begeistert. Es wird klar, dass Jud keine Chance bei Laurey hat. Am Ende fällt Jud beim Kampf mit seinem Rivalen in sein eigenes Messer. Der Weg ist frei für die Hochzeit des Traumpaares, und aus dem Cowboy Curly wird schließlich ein Farmer.

100 Darsteller auf der Bühne

Begleitet wird die Geschichte stimmlich und darstellerisch von den Chor-Sängern der Sportvereinigung Warmbronn, weiteren Mitwirkenden aus den Verbandschören sowie den jungen Tänzerinnen der Ballettschule Evi Ritter. Mit geschätzt etwa 100 Darstellern auf der Bühne wird der Tanzabend schließlich zum Happening und zum Höhepunkt des Musicals.

Für den schmissigen Live-Sound im Orchestergraben sorgt das Oklahoma-Projektorchester aus professionellen Orchestermusikern, Studenten und Jugendmusikpreisträgern wie Kilian Schwarz am Cello. Eine Besonderheit. Denn eine Veranstaltung mit offenem Orchestergraben gibt es selten in der Stadthalle.




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