Musikschule in Weil der Stadt Der Unterricht kostet bald mehr
Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst und Inflation treiben die Ausgaben der Weiler Musikschule in die Höhe. Jetzt sollen die Gebühren steigen – für die Musiklehrer eine gute Nachricht.
Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst und Inflation treiben die Ausgaben der Weiler Musikschule in die Höhe. Jetzt sollen die Gebühren steigen – für die Musiklehrer eine gute Nachricht.
Wer an der Musikschule Weil der Stadt Gitarre, Trompete, Klavier und Co. lernt, muss bald höhere Gebühren für den Unterricht bezahlen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit 21 Ja-Stimmen beschlossen. Ab April werden alle Unterrichtsgebühren um rund fünf Prozent angehoben.
Hat ein Kind bisher für 60 Minuten Einzelunterricht pro Woche insgesamt 176 Euro im Monat bezahlt, werden es dann 185 Euro sein. Der Gruppenunterricht mit bis zu fünf Teilnehmern mit 60 Unterrichtsminuten die Woche kostet 73,50 statt 70 Euro im Monat. Auch die Gebühren für Erwachsene und für den Kooperationsunterricht mit den Musikvereinen Merklingen und Weil der Stadt werden um rund fünf Prozent angehoben. Die Ermäßigung für Geschwisterkinder wird beibehalten.
Das letzte Mal erhöht wurden die Gebühren im April 2022, seitdem sind die Aufwendungen durch allgemeine Preissteigerung, Inflation und erhöhte Personalkosten noch einmal gestiegen, argumentiert die Stadt. Tatsächlich hat die Musikschule im Jahr 2023, so die Rechnung der Verwaltung, ein Minus von rund 203 000 Euro gemacht, mit den Gebühren konnten die Kosten nur zu rund 60 Prozent gedeckt werden. „Musikschulen sind immer ein Zuschussbetrieb“, erklärt auch Musikschulleiter Stefan Schneider. Er hat Verständnis für die finanzielle Lage der Stadt – aber auch für die Familien. „Man muss sehen, dass man da die Waage hält“, so Schneider. „Mit den fünf Prozent ist uns das hoffentlich einigermaßen gelungen.“
Für wie viele Familien es mit der Erhöhung überhaupt brenzlig wird, sei schwer zu sagen. „Es gibt Familien, für die ist der Unterricht überhaupt kein Problem“, so Schneider. Mit Vergünstigungen und Zuschüssen, etwa durch den Familienpass der Stadt, gab es bereits bisher Finanzierungsmöglichkeiten für Familien, die weniger gut aufgestellt sind.
Insgesamt sei man, betont Schneider, mit der Musikschule auf einem guten und stabilen Weg. Die Schülerzahlen steigen, nach dem Coronaloch sei man nun wieder regelmäßig bei Veranstaltungen dabei. „Es hat sich alles wieder stabilisiert.“ Eine Herausforderung sei es in den Musikschulen „landauf, landab“, Kolleginnen und Kollegen zu finden, die unterrichten – insbesondere bei der stark nachgefragten musikalischen Früherziehung. „Aber das ist nicht nur ein Problem der Weil der Städter Musikschule.“
Mit der Gebührenerhöhung nimmt die Stadt zwar rund 20 000 Euro mehr im Jahr ein. 8000 Euro davon werden aber gleich in die Erhöhung des Honorars von freien Mitarbeitern gesteckt. Sie sollen zukünftig zwei Euro mehr die Stunde bekommen – die erste Gehaltserhöhung seit 2016.