Nach Pigafettas Vorbild reisten immer wieder Schriftsteller bei Weltumrundungen mit. Der Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso begleitete 1815 die Reise um die Welt mit der Romanzoffischen Entdeckungs-Expedition unter Kapitän Otto von Kotzebue, dem dreifachen Weltumsegler und Sohn des deutschen Erfolgsschriftstellers August. Im Unterschied zu sachlichen Reiseberichten wie denen Otto von Kotzebues wollte Chamisso in seiner Erzählung von der Reise den Gelehrten verleugnen und nur das fremde Land, die fremden Menschen oder vielmehr sich selbst in der fremden Umgebung schildern. „So müsste sich jeder mit mir hinträumen, wo eben uns die Reise hinführte.“ Aber er erkennt auch, dass die Zeit der großen Weltreisen schon vorbei ist: „Jetzt scheint, um die Welt gekommen zu sein, zu den Erfordernissen einer gelehrten Erziehung zu gehören, und in England soll schon ein Postschiff eingerichtet werden, Müßiggänger für ein geringes Geld auf Cooks Spuren herumzufahren.“

 

Organisierte Reisen gab es seit Anfang des 19. Jahrhunderts. „A Cook’s Ticket brings the world to you“, so warb Thomas Cook und führte 1872 neun Personen um die Welt. Sie reisten über New York durch Nordamerika und weiter über Yokohama, Shanghai, Singapur, Ceylon, Indien, den Suezkanal und durchs Mittelmeer zurück nach England. „The Times“ brachte währenddessen Reiseberichte von Cook – während zur selben Zeit in Paris „Le Temps“ Teile von Jules Vernes Roman „Le tour du monde en quatre-vingts jours“ als Vorabdruck brachte. Cooks Leute waren allerdings länger unterwegs: 222 Tage.

Ob ein Blog wirklich mehr sagt?

Und heute? Weltreisende unserer Tage schreiben einen Blog, mit dem sie die Welt in Echtzeit an ihren Eindrücken teilhaben lassen können. Der „Weltnomade“ Florian etwa, 24 Jahre alt, berichtet über Goa: „Ich genoss die Tage mit langen Strandspaziergängen, mit Blick auf das Meer und verbrachte die Abende in einer Strandbar. Entspannung und Erholung für Körner (sic!) und Seele sind dir hier sicher.“ Wenn einer eine Reise tut, heißt das noch lange nicht, dass er was zu erzählen hat.

Ganz modern, nämlich eilig macht sich demnächst Christoph Karrasch auf die Reise. Der Videoblogger, der als @_vonunterwegs twittert, will die „kürzeste Weltreise der Welt“ angehen, nennt diese twittergerecht #10Tage, und wird den „Challenges“ seiner „Follower“ folgen: Er reist so, wie es seine Fangemeinde vorgibt. Ein längerer Aufenthalt ist in seinen Augen nicht nötig. „Auch durch zufällige Ereignisse und Begegnungen mit Menschen formt sich in kurzer Zeit ein Bild von einem Ort“, verriet er „Spiegel-Online“.