Nach Anschlag in St. Petersburg Geheimdienst verhaftet einen Verdächtigen

In einem Supermarkt in St. Petersburg war die selbstgebaute Nagelbombe explodiert. Foto: AP
In einem Supermarkt in St. Petersburg war die selbstgebaute Nagelbombe explodiert. Foto: AP

Nach einem Anschlag auf einen Supermarkt in der russischen Stadt St. Petersburg hat der Geheimdienst nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Attentäter festgenommen.

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St. Petersburg - Der Urheber des Anschlags in St. Petersburg ist offenbar festgenommen worden. Wie der russische Inlandsgeheimdienst FSB mitteilte, wurde der Täter bei einem Einsatz am Samstag gefasst. Bei dem Anschlag in einem Supermarkt, den die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert hatte, waren am vergangenen Mittwoch 18 Menschen verletzt worden.

In der Erklärung des FSB, die russische Nachrichtenagenturen am Samstag verbreiteten, wurden keine Angaben zur Identität oder zum Motiv des Verdächtigen gemacht. Es hieß lediglich, es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt.

Die Explosion hatte sich am Mittwoch an der Taschenabgabe eines Supermarkts ereignet. Der Sprengsatz war vermutlich in einem der Schließfächer deponiert worden. Präsident Wladimir Putin stufte die Explosion rasch als Terroranschlag ein und ordnete an, dass Polizei und Geheimdienste Terrorverdächtige sofort erschießen sollten, wenn sie sich ihrer Festnahme widersetzten.

Austragungsort der Fußball-WM 2018

Acht Verletzte befanden sich am Samstag weiterhin im Krankenhaus. Die Detonation ereignete sich, als viele Russen wegen der Vorbereitungen für den Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar unterwegs waren.

St. Petersburg ist die zweitgrößte Stadt Russlands und einer der Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft 2018. Im April wurden bei einem Anschlag in der U-Bahn der Stadt 16 Menschen getötet, unter ihnen der Attentäter. Zu der Tat hatte sich eine Gruppe mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk bekannt. Der IS und der syrische Arm von Al-Kaida haben Russland mehrfach mit Anschlägen gedroht, seit sich die russischen Streitkräfte im Herbst 2015 in den Syrien-Krieg einschalteten.

Die russischen Geheimdienste rechnen damit, dass nach der militärischen Niederlage des IS in Syrien und im Irak vermehrt dschihadistische Kämpfer nach Russland einsickern.




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