Nach Eritrea-Krawall in Stuttgart Zwei Männer stehen wegen Angriff auf Polizeibeamte vor Gericht

, aktualisiert am 28.02.2024 - 14:08 Uhr
Die Einsatzkräfte wurden mit Holzlatten attackiert. 39 Polizistinnen und Polizisten wurden verletzt. Foto: dpa

Im September 2023 ist es bei einer Veranstaltung eines Eritrea-Vereins in Bad Cannstatt zu Krawallen gekommen. Ein 29-Jähriger soll einer der Anstifter der Randale gewesen sein. Ein 26-Jähriger hat laut Anklage ebenfalls mit Steinen auf Einsatzkräfte geworfen.

Im vergangenen September war es am Römerkastell in Bad Cannstatt zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Die Polizei musste eine Veranstaltung eines als regierungsnah geltenden Eritrea-Vereins gegen zahlreiche Regimegegner schützen. Beamte wurden am Römerkastell im Stadtteil Hallschlag von den Randalierern mit Holzlatten attackiert sowie mit Steinen und Flaschen beworfen. 39 Einsatzkräfte wurden verletzt, so die Polizei.

 

Nun beginnen die Prozesse gegen die ersten Tatverdächtigen: An diesem Donnerstag, 29. Februar, muss sich ein 29 Jahre alter Mann wegen des Verdachts eines besonders schweren Falls von Landfriedensbruch, der gefährlichen Körperverletzung und des tätlichen Angriffs auf Einsatzkräfte am Amtsgericht Bad Cannstatt verantworten. Weil ein Besucheransturm erwartet wird, wurde der Prozess in einen größeren Saal ins Gebäude des Oberlandesgerichts nach Stuttgart-Stammheim verlegt.


Betonfuß in Richtung von Polizisten geworfen

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am Nachmittag des 16. September die Krawalle angestiftet zu haben. Der eritreische Staatsbürger, der im Alb-Donau-Kreis lebt, soll als Erster den Betonfuß eines Bauzauns in Richtung der Polizisten geworfen haben, im weiteren Verlauf noch einen mehr als drei Kilo schweren Pflasterstein. Auf die Spur des 29-Jährigen sind die Ermittler mithilfe zahlreicher Videoaufnahmen gekommen, die in den zurückliegenden Monaten ausgewertet wurden.

Am Dienstag, 5. März, steht ab 10 Uhr ein weiterer 26-jähriger mutmaßlicher Randalierer in Stammheim vor Gericht. Nach diesem Mann musste die Polizei jedoch nicht lang suchen. Er war der einzige Tatverdächtige, der direkt nach den Ausschreitungen am Römerkastell festgenommen werden konnte. Der Beschuldigte, der seither in Untersuchungshaft sitzt, soll versucht haben, eine Polizeikette zu durchbrechen. Sein Ziel sei es gewesen, mit einer 20- bis 30-köpfigen Gruppe in die Veranstaltungsräume am Römerkastell zu gelangen.

26-Jähriger randalierte wohl nicht zum ersten Mal

Darüber hinaus wird ihm ebenfalls vorgeworfen, zweimal mindestens faustgroße Steine in Richtung der Einsatzkräfte geworfen zu haben. Einer davon traf das Schutzschild eines Polizisten. Der Beamte blieb unverletzt. Der Eritreer, der bereits einige Wochen zuvor an ähnlichen Krawallen im hessischen Gießen beteiligt gewesen sein soll, ist wegen eines besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte angeklagt.

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