Nach Bluttat in Reutlingen Heldengeschichte ist „absoluter Mumpitz“

Von Benjamin Bauer 

Ein Autofahrer erfasst in Reutlingen einen Verdächtigen, der eine Frau mit einem Messer getötet haben soll. Warum der Mann kein Held ist, erläutert die Polizei.

Ein Zusammenstoß mit diesem BMW stoppte am Sonntag den mutmaßlichen Täter nach einer Messerattacke in Reutlingen. Foto: 7aktuell.de 9 Bilder
Ein Zusammenstoß mit diesem BMW stoppte am Sonntag den mutmaßlichen Täter nach einer Messerattacke in Reutlingen. Foto: 7aktuell.de

Reutlingen - Nach einer tödlichen Messerattacke in Reutlingen am Sonntagnachmittag rückt die Polizei das Verhalten des Autofahrers, der den Verdächtigen mit seinem Fahrzeug gestoppt hat, ins rechte Licht.

„Dass der Fahrer ein Held sei oder Ähnliches, ist absoluter Mumpitz“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Das werde zwar so kolportiert, entspreche aber keineswegs der Wahrheit. So habe der Autofahrer den 21-Jährigen entgegen ersten Meldungen nicht vorsätzlich angefahren, sondern sei abgelenkt gewesen und habe ihn deshalb erfasst. „Es war ein ganz normaler Verkehrsunfall“, so der Polizeisprecher. „Alles andere wäre zeitlich nicht möglich gewesen. Der Autofahrer konnte von der Tat nichts wissen.“

Hätte der Autofahrer tatsächlich unter Vorsatz mit seinem Auto auf den 21-jährigen mutmaßlichen Täter zugehalten, hätte man wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr oder gar wegen versuchter Tötung ermittelt, so der Polizeisprecher.

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