Nach dem Feuer im Schulzentrum Glemsaue Kein Hinweis auf Brandstiftung im Schulzentrum

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Das Feuer, das wohl im Chemiesaal ausgebrochen ist, hätte schneller bemerkt werden können.

Das Feuer hat einen massiven Sachschaden angerichtet. Foto: factum/Simon Granville 16 Bilder
Das Feuer hat einen massiven Sachschaden angerichtet. Foto: factum/Simon Granville

Ditzingen - Im Nachhinein stellt sich die Situation im Schulzentrum Glemsaue so dar: Wäre in dem Fachraum für Chemie ein Rauchmelder installiert gewesen, hätte das Feuer am Mittwoch nicht diesen immensen Schaden angerichtet.

Am Dienstagabend hatte ein Brand im Ditzinger Schulzentrum mehrere Fachräume zerstört. Die Höhe des Schadens lässt sich noch nicht beziffern. Nach ersten Schätzungen ist von mehreren Hunderttausend Euro die Rede. Als die Feuerwehr kurz nach der Alarmierung eintraf, war das Foyer bereits verqualmt – für die Einsatzkräfte ein untrügliches Zeichen für ein Feuer im Gebäude.

Wie sich später herausstellte, lag der Brandherd im Chemievorbereitungsraum. Doch da dort kein Rauchmelder installiert ist, wurde erst Alarm ausgelöst, als der Rauch über das Lüftungssystem bereits in die darunterliegende Etage gezogen war.

Basis ist das Brandschutzkonzept

Was auf den ersten Blick befremdlich anmutet – kein Rauchmelder in einem sensiblen, da mit Chemikalien ausgestatteten Fachraum – ist laut der Stadtverwaltung gleichwohl rechtens gewesen. Auf Nachfrage unserer Zeitung führt sie aus, dass das Brandschutzkonzept die Einrichtung einer flächendeckenden Brandmeldeanlage vorsieht, obwohl das Gebäude in Bezug auf die rechtlichen Vorgaben Bestandsschutz hat. Der zusätzliche Schutz wäre also auch in diesem Bereich nicht zwingend. Anders hätte sich laut dem Ditzinger Feuerwehrsprecher Andreas Häcker die rechtliche Situation etwa in einem Pflegeheim dargestellt, dort also, wo die Betroffenen nicht wie Schüler zügig bei den ersten Anzeichen den Raum verlassen können.

Das Brandschutzkonzept wird unter Beteiligung eines externen Sachverständigen, der Feuerwehr und des Baurechtsamtes erstellt und von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Dass die Chemieräume noch nicht ausgestattet waren, war laut dem Rathaussprecher Jens Schmukal Ergebnis einer Abwägung. Priorität hätten demnach Klassenzimmer und Fluchtwege gehabt. Mit dem Konzept wurde auch der abschnittsweise Einbau genehmigt. Dieser erfolgt in den Sommerferien. Der Gebäudetrakt, der dem Feuer zum Opfer fiel, wäre der letzte Teilbereich gewesen. Die Vorinstallation war offenbar bereits erfolgt.

Ursache steht noch nicht fest

Derweil dauerten am Donnerstag die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Brandursache an. Auch wenn die Ursache noch nicht feststeht, gehen die Ermittler nicht von Brandstiftung aus. „Es deutet nichts darauf hin“, sagt deren Sprecher Peter Widenhorn. Offen ist demnach, ob – wie der Schulleiter Felix Stadtfeld in Betracht gezogen hat – ein technischer Defekt ursächlich für das Feuer war.