Nachbarschaftsstreit in Remseck eskaliert Buttersäure in Wohnung geschüttet

Von red/pho 

Ein schon lange schwelender Nachbarschaftsstreit eskalierte am Sonntagabend in Remseck. Ein Mann schüttete Buttersäure in die Wohnung eines anderen Mannes. Dann fielen Schüsse.

In der Wohnung eines Mannes war wohl Buttersäure ausgeschüttet worden. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat 9 Bilder
In der Wohnung eines Mannes war wohl Buttersäure ausgeschüttet worden. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Remseck - Schreckmomente in Remseck: Am Sonntagabend ist ein Streit unter Nachbarn in Remseck (Kreis Ludwigsburg) derart eskaliert, dass Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst anrücken mussten. Wie die Polizei berichtet, rief ein 25-Jähriger die Polizei, weil er in seiner Wohnung mehrere Schussgeräusche gehört hatte. Die Schüsse waren wohl im Flur des Mehrfamilienhauses abgefeuert worden. Als die Beamten dort eintrafen, forderten sie alle Bewohner des Hauses auf, nach draußen zu gehen.

Es stellte sich heraus, dass ein 59-jähriger Mann zuvor beobachtet hatte, wie der 25-Jährige über offene Fenster eine übel riechende Flüssigkeit in seine Wohnung geschüttet hatte. Als der ältere Mann das mitbekam, brüllte er den 25-Jährigen an. Daraufhin verschwand der 25-Jährige.

Der ältere Nachbar schießt mit einer Schreckschusspistole in den Flur

Der 59-Jährige ging daraufhin wutentbrannt in den Flur des Wohnhauses und schoss dreimal mit einer Schreckschusspistole. Die Polizisten fanden bei einer Wohnungsdurchsuchung zwei solcher Pistolen mit passender Munition bei dem Mann. Der Gestank der verspritzten Flüssigkeit löste indessen bei der Ehefrau des 59-Jährigen und bei zwei Beamten Schwindel und Übelkeit aus. Deswegen wurde auch ein Rettungsdienst gerufen, der sich um drei Personen kümmerte. Die Polizei vermutet, dass es sich bei der Flüssigkeit um Buttersäure handelt. Die Fettsäure riecht stark nach Erbrochenem und reizt Augen und Atemwege.

Zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehr entfernten die Flüssigkeit und lüfteten das gesamte Haus. Danach durften die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück. Gegen den 25-Jährigen ermittelt die Polizei nun wegen gefährlicher Körperverletzung, während der 59-Jährige mit einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz rechnen muss.