Nagold Polizei ermittelt nach Fund in McDonalds-Burger

Ein Gast hat im McDonalds in Nagold in seinem „Big Tasty Bacon“ etwas gefunden, was dort so gar nicht hingehört (Symbolbild). Foto: IMAGO / Pond5 Images

Nach dem ungewöhnlichen Fund in einem Burger im McDonalds in Nagold ermittelt jetzt die Polizei. Der betroffene Gast wurde zur Aussage gebeten. Er hat inzwischen einen Verdacht, an was er sich da beim Essen verletzt haben könnte.

Rückblick: Manfred Frank, Lkw-Fahrer aus Simmersfeld, will sich am 1. September im McDonalds in Nagold einen „Big Tasty Bacon“ schmecken lassen. Sein Spontan-Imbiss endet unschön. Ein paar Bisse, dann schmeckt Manfred Frank etwas anderes als Fleisch und blutet im Mund.

 

Der 41-Jährige beißt an diesem Tag auf ein langes Metallstück, wie es in einem Bericht des Schwarzwälder Boten heißt. Frank beschwert sich daraufhin und sendet seinen Fund bei McDonalds ein. Im weiteren Verlauf entschuldigt sich der Fast-Food-Konzern bei dem Gast und schenkt ihm drei Essens-Gutscheine mit einem Gegenwert von rund 30 Euro. Frank ist das nicht genug. Er sucht weiter den Kontakt.

Dieses Metallstück befand sich in dem Burger. Foto: Frank

Seine Beharrlichkeit zahlt sich aus - jedoch nicht in der Höhe, wie erhofft. De 41-Jährige bekommt von der Haftpflichtversicherung des Franchise-Betreibers eine Erstattung über 200 Euro. Diese Summe hält der Betroffene zwar für „lächerliches Kleingeld“. Nach Rücksprache mit einem Anwalt nimmt er das Geld aber an - aus Mangel an besseren Möglichkeiten.

Polizei ermittelt von Amts wegen

Nun die neue Wendung in der Sache: Ohne Initiative von Manfred Frank ermittelt inzwischen die Polizei. Das bestätigt Sabine Maag, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim. „Es wird von Amts wegen ermittelt“, erklärt sie. Die Polizei habe aus der Presse von dem Vorfall erfahren und jetzt untersuche die Gewerbe- und Umwelt-Ermittlungseinheit, ob ein Vergehen nach Paragraf 58,59 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches vorliegt. In dem Paragrafen geht es unter anderem um die Herstellung und Behandlung von Lebensmitteln und das Verbot, gesundheitsschädliche Lebensmittel herzustellen.

Was in der Nagolder Angelegenheit genau der Tatbestand wäre? Diese Frage beantworten die Behörden aktuell nicht. Man befinde sich derzeit in den Anfangsermittlungen, so Maag. Je nachdem, wie diese ausfallen, werde dann eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erfolgen - oder auch nicht.

Die Lebensmittelüberwachung im Landkreis Calw weiß über die Nachforschungen der Polizei ebenfalls Bescheid, auch wenn die Ermittlungen nicht selbst geführt werden. Laut Landratsamt-Pressesprecherin Marie Lindenberger habe es in dem McDonalds-Restaurant „keine relevanten Auffälligkeiten“ gegeben, die insbesondere mit Fremdkörpern in Zusammenhang stehen.

Könnte ein Teil eines solchen Schwammes hinter dem Schock-Fund stecken? Foto: Petra Göschel/Pixabay

Ein Teil der polizeilichen Ermittlung ist auf jeden Fall die Aussage von Manfred Frank. Er schilderte den Beamten die Sache und äußerte einen Verdacht. Der 41-Jährige vermutet mittlerweile, dass es sich bei dem Fremdkörper um Teile eines Metallschwammes handelte. „Man überlegt halt, wo kann das herkommen“, erklärt Frank unserer Redaktion. Er kann sich vorstellen, dass mit einem solchen Schwamm die Bratfläche gereinigt wurde, sich dabei das Metallstück löste und so irgendwie in seinem Burgerpatty landete.

Und was sagt McDonalds zu den Ermittlungen?

Von Seiten McDonalds heißt es zu den Ermittlungen der Polizei, diese seien dem Fast-Food-Konzern nicht bekannt. Und: „Soweit wir informiert sind, hatte der Gast mit der Versicherung unseres Franchise-Nehmers zu einer Einigung gefunden.“

Nichtsdestotrotz könnte Manfred Frank noch Anzeige erstatten - wegen Körperverletzung. Darauf wies ihn die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen hin. Das will der 41-Jährige aber nicht. Er sieht darin keinen Sinn mehr und glaubt: „Das würde auf nichts Großes hinauslaufen, außer Stress und Gerichtstermine.“

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