Nahversorgung im Kreis Esslingen Edeka und Aldi eröffnen 2025 im Lenninger Leuze-Park

So soll das neue Einzelhandelszentrum einmal aussehen. Foto: C. A. Leuze/Goldbeck

Auf dem Gelände der früheren Textilfirma Leuze in Unterlenningen (Kreis Esslingen) entsteht ein neues Nahversorgungszentrum. Hinzu kommen Büros und das „Körperwerk“.

Nach Jahren der Planung geht es endlich los: Mit dem symbolischen Spatenstich haben im Gewerbegebiet Gänsäcker in Unterlenningen die Bauarbeiten für das neue Nahversorgungszentrum Leuze-Park begonnen. In dem Neubau werden als Ankermieter Edeka und Aldi Tür an Tür einziehen. Wie der Investor, die zur Leuze-Gruppe gehörende C. A. Leuze GmbH mitteilt, ist die Eröffnung Anfang 2025 geplant. Angaben zum Investitionsvolumen werden nicht gemacht.

 

Insgesamt entstehen auf dem brach liegenden Gelände der früheren Textilfirma Leuze über 7200 Quadratmeter nutzbare Fläche. Der Neubau wird neben dem unlängst eingeweihten Leuze-Distributionszentrum hochgezogen. Dort erhält der Edeka-Supermarkt im Erdgeschoss eine Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern sowie reichlich Lagerflächen, Aldi wird 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche belegen – der Discounter zieht vom heutigen Standort nur wenige Meter weiter um.

Im Obergeschoss wird das Physiotherapie- und Fitnessstudio Körperwerk auf 900 Quadratmetern einziehen, das unter anderem in Kirchheim, Weilheim, Denkendorf und Ostfildern vertreten ist. Daneben stehen auf beiden Stockwerken weitere 2400 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen zur Anmietung zur Verfügung. Der auf dem Gelände bereits bestehende Drogeriemarkt bleibt erhalten. Insgesamt sind 196 Auto- und 92 Fahrradstellplätze vorgesehen.

Grundversorgung verbessern

Michael Schlecht, der Bürgermeister der knapp 8300 Einwohner zählenden Gemeinde am Rand der Schwäbischen Alb, freut sich sehr auf den künftigen Leuze-Park. Denn das Projekt trage dazu bei, die Grundversorgung der Bevölkerung deutlich zu verbessern und langfristig zu sichern, betont er. Vor allem die kleineren Ortsteile sollen davon profitieren, gerade dort bestehen dem Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, kurz GMA, zufolge „nur rudimentäre Versorgungseinrichtungen“.

Der Leuze-Park wird laut Schlecht „eine optimale Ergänzung des bisherigen Angebots der örtlichen Einzelhändler in unserer Gemeinde sein, was seit Jahren ein großer Wunsch unserer Bürgerinnen und Bürger ist“. Der Rathauschef ist überzeugt: „Damit können wir bislang abfließende Kaufkraft in die Gemeinde zurückholen.“ Und wenn sich die Einkaufsfahrten aus der Gemeinde heraus reduzierten, dann könne das „in diesen Zeiten als – wenn auch kleine – lokale Klimaschutzmaßnahme durchgehen“.

Auch die Bauherren sind erleichtert, dass die Umgestaltung des Firmengeländes einen weiteren Schritt vorankommt. Seit den ersten Überlegungen für den Bau eines Einzelhandelszentrums anstelle der 1865 erbauten Spinnereihallen vor knapp zehn Jahren war so manche gutachterliche Hürde zu überwinden. So zogen sich die Planungs- und Genehmigungsverfahren hin. Erst 2019 lag die Abbruchgenehmigung vor, die Abrissarbeiten dauerten bis ins Jahr 2021 hinein. Parallel wurde bis Juni 2020 der erste Abschnitt des Distributionszentrums gebaut, der zweite Bauabschnitt folgt demnächst.

Innovatives Energiekonzept

Für das neue Nahversorgungszentrum wurde ein innovatives Energiekonzept ausgearbeitet. Den Strom für den Leuze-Park liefert das Wasserkraftwerk an der Lauter, welches das Unternehmen seit über 100 Jahren an diesem Standort betreibt. Für die Verlegung und den Neubau der Anlagen finden aktuell vorbereitende Tiefbauarbeiten statt. Nach Fertigstellung werden circa 600 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, was dem Verbrauch von mehr als 100 Einfamilienwohnhäusern im Jahr entspricht. Darüber hinaus ist der Einsatz von Photovoltaik sowie Luft- und Wasserwärmepumpen vorgesehen. Auf fossile Brennstoffe kann verzichtet und damit der Ausstoß von rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

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