Nahversorgung in Mönchfeld Hohe Kosten, veraltete Technik – „der Bonus-Markt steht auf der Kippe“

Der Bonus-Markt in Mönchfeld hat Probleme mit der Hitze sowie der Elektrik aus den fünfziger Jahren. Foto: Iris Frey

Große Enttäuschung in Mönchfeld. Der mit großen Hoffnungen gestartete Bonus-Markt hat technische Probleme mit der Elektrik und Umsatzprobleme. Zudem bleiben die Kunden aus.

Lokales: Iris Frey (if)

Im Juni vergangenen Jahres war in Mönchfeld, im Ladenzentrum in der Hechtstraße, ein kleiner Bonus-Markt auf 100 Quadratmetern mit 2500 Artikeln eröffnet worden mit dem Ziel, die Nahversorgung zu sichern. Er ist in die Räume der früheren Volksbank gezogen. Doch das Geschäft hat Probleme. Wie Max-Haberland und Felix Nieter vom Betreiber Bonus im Bezirksbeirat Mühlhausen berichteten, fehlten die Kunden, seien die Umsätze sehr gering und gebe es Schwierigkeiten mit der veralteten Elektrik. Die Räume seien nicht für Kühlanlagen ausgelegt. Die Folge: die Verkaufsräume heißen sich extrem auf. „Die Schokolade schmilzt selbst im Frühling“, so Haberland.

 

Hohe Stromkosten für Kühlanlagen und Klimaanlage

Gleichzeitig kämpft das Geschäft mit hohen Kosten: Die drei eingebaute Kühlanlagen verbrauchten viel Strom. Und eine Klimaanlage habe im Sommer jeden Monat 6000 Euro an Stromkosten verschlungen. „Wir bringen nicht ansatzweise den Markt auf eine schwarze Null“, sagte Haberland. Eine vollwertige Klimaanlage würde 12 000 bis 15 000 Euro kosten. Angebote würden eingeholt. Der Markt in Mönchfeld werde über das Geschäft in Hofen beliefert, weil er so klein sei und die Umsätze zu gering seien.

Kein Personal von Arbeitsmarktprogrammen erhalten

Auch personell gibt es Probleme mit dem Bonus-Markt. Der Name Bonus steht für „Berufliche Orientierung, Nachbarschaftsmärkte und Service“. Die Firma ist eine hundertprozentige Tochter der sbr gGmbH, der gemeinnützigen Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration. Ziel der sbr ist die individuelle Integration am Arbeitsmarkt Benachteiligter im Einzelhandel in den Bonusmärkten. Doch der Laden erhalte seit einem Jahr kein Personal über Arbeitsmarktprogramme der Stadt, so Haberland, „der Markt in Mönchfeld steht auf der Kippe“.

Gespräche über Umzug in ehemaligen Getränkemarkt erfolglos

Der Bezirksbeirat bedauerte die Lage. Auf den Vorschlag aus dem Gremium, dass der Bonus in den ehemaligen leer stehenden Getränkemarkt Müller im Ladenzentrum umziehen könne, erklärte Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann, dass Gespräche mit dem neuen Eigentümer dort erfolglos gewesen seien. „Er will nicht vermieten, offensichtlich ist der Leerstand attraktiver. Wir können niemand zwingen.“ Auch das Seniorenwohnen, das am Mönchsteinplatz neu sei, sorge nicht für die erhoffte Nachfrage. Gekauft werde zu 80 Prozent Alkohol im Bonus-Laden, so Haberland. Jetzt stehen im Sommer noch Gespräche mit der Wirtschaftsförderung an. Seit vielen Jahren wird über die Nahversorgung und die Situation des Ladenzentrums in Mönchfeld diskutiert. Versuche, das Zentrum weiterzuentwickeln, waren öfter am Veto von Eigentümern gescheitert. Zuletzt war auch ein Wochenmarkt in Mönchfeld mangels Nachfrage wieder eingestellt worden.

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