Netzwerk in Möhringen Ein Netzwerk zum Wandern, Spielen und Stricken

Von Stefanie Käfferlein 

Das Bürgernetzwerk „Frisch im Ruhestand“ hat sich zum zweiten Mal getroffen. Diesmal im Bürgerhaus zu einem Markt der Möglichkeiten. Miteinander ins Gespräch kommen, die Möglichkeit erhalten, sich im Stadtbezirk zu verankern, Gleichgesinnte zu finden und sich ehrenamtlich zu engagieren, das sind die Ziele des Netzwerks.

Zwei Teilnehmerinnen des Markts der Möglichkeiten informieren sich über das stadtweite Projekt „Leseohren aufgeklappt.“ Foto: Stefanie Käfferlein
Zwei Teilnehmerinnen des Markts der Möglichkeiten informieren sich über das stadtweite Projekt „Leseohren aufgeklappt.“ Foto: Stefanie Käfferlein

Möhringen - Helga Hoff wandert gern und steigt auch gern mal aufs Rad. „Und ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten zum Kartenspielen“, sagt die Vaihingerin, die sich in der Stadtteilbücherei engagiert. Else Storhas – so ist es auf ihrer Sprechblase aus Tonpapier zu lesen – könnte es sich gut vorstellen, sich als Leih­oma oder Vorlesepatin zu engagieren.

Maria Steinmaier sucht Mitstreiter, die ihr dabei helfen, das Lavendellabyrinth im Hohenheimer Park zu pflegen. „Außerdem bewegt mich die Frage, wie die Menschen künftig im Alter leben werden“, sagt sie. „Ich bin auf der Suche nach neuen Wohnformen.“ Gisela Hantke hofft, Interessierte für den Möhringer Frauenkreis zu finden. „Wir suchen ganz dringend eine Schatzmeisterin und eine stellvertretende Vorsitzende“, sagt Hantke.

40 Männer und Frauen im Bürgerhaus

Beim zweiten Treffen des im Januar gegründeten Netzwerks „Frisch im Ruhestand“ stellen an diesem Vormittag im Bürgerhaus rund 40 Männer und Frauen ihre Angebote und Interessen vor und kommen beim Markt der Möglichkeiten miteinander ins Gespräch. Mit dabei: Vertreter verschiedener Einrichtungen, darunter Ursel Retter, die Ehrenamtsbeauftragte im Pflegezentrum Bethanien, Michael Locher vom Haus der Caritas, Mitarbeiter des Projekts „Leseohren aufgeklappt“, die Möhringer Delegierte des Stadtseniorenrats, Ingrid Schulte, Martin Schneider vom Gemeindepsychiatrischen Zentrum Vaihingen, Inge Diehl von der Initiative Lebensraum Möhrigen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm) mit Mitarbeitern des Heimatmuseums und Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann in seiner Funktion als Ehrenamtsbeauftragter des Stadtbezirks.

Miteinander ins Gespräch kommen, das ist eines der Ziele, die das Netzwerk verfolgt. Menschen, die im Ruhestand sind, sollen die Möglichkeit erhalten, sich im Stadtbezirk zu verankern, Gleichgesinnte zu finden und sich ehrenamtlich zu engagieren. „Die Initiative soll sich auf Dauer selbst organisieren“, erklärt Brigitte Reiser. Sie war es auch, die die Idee für das Experiment hatte. Reiser engagiert sich beim Projekt Generationenhaus Möhringen – Gemeinsam leben im Stadtbezirk.

„Die Menschen sind voller Energie“

Zu einem ersten Treffen unter dem Dach des Generationenhauses waren ein Dutzend Frauen und Männer gekommen. „Im Stadtbezirk schlummern viele Ideen, die Menschen sind voller Energie“, sagt Reiser, die gleich weitere Impulse im Gepäck hat. „Wenn es einmal das für Sie passende Angebot nicht gibt, dann ergreifen Sie einfach die Initiative und suchen sich Mitstreiter“, sagt sie. Zufällig im Internet sei sie über ein Projekt aus Großbritannien gestoßen, das Sport und soziales Engagement verbindet. „Sie joggen zu einem alten Menschen, lesen dort vor und joggen wieder zurück“, sagt Reiser.

Wer Projekte finanziell unterstützen wolle, könne Freunde zum Essen einladen und dafür Spenden sammeln. Wer gern stricke, könne beim Guerilla Knitting Kunst und Stricken verbinden. Fasziniert ist Reiser aber von einem Projekt aus Degerloch. „Dort gibt es den Degerlocher Kulturkoffer“, berichtet sie. Diese Idee könnte man weiterspinnen und einen Vorlese-, Musik- oder Spielekoffer anbieten. „Sie sehen, Sie können sich eigentlich den ganzen Tag ehrenamtlich beschäftigen, wenn Sie es wollen“, fasst Reiser zusammen.

Und tatsächlich hat dann auch an diesem Vormittag gleich der eine oder andere schon Nägel mit Köpfen gemacht. „In dieser Woche wollen wir zu acht das erste Mal wandern gehen“, berichtet Helga Hoff. „Und auch fürs Spielen und Rad fahren haben wir uns zu viert zusammengetan.“

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