Neu im Stuttgarter Süden Eine Eisdiele namens Claus

Von Martin Elbert 

An der Tübinger Straße im Stuttgarter Südenhat eine Eismanufaktur mit dem ungewöhnlichen Namen Claus eröffnet.

Die Betreiber des Claus, Tim Schaber (rechts) und Claudio Estasi, haben sich bewusst gegen einen klassisch-typischen Eisdielen-Namen entschieden. Foto: Martin Elbert
Die Betreiber des Claus, Tim Schaber (rechts) und Claudio Estasi, haben sich bewusst gegen einen klassisch-typischen Eisdielen-Namen entschieden. Foto: Martin Elbert

Stuttgart - Die Schlangen vor den Eisdielen sind in den vergangenen Tagen aus naheliegenden Gründen lang und länger geworden. Neben den altbekannten Stuttgarter Eisdielen – Pinguin, Kaiserbau, Old Bridge oder Flori & Palma – serviert jetzt auch das Claus an Tübinger Straße 41-43, eingebettet zwischen dem Italiener Perbacco, dem Japaner Mikoto und dem Hans-im-Glück-Burger seine Eissorten. Die Betreiber des Claus, Tim Schaber und Claudio Estasi, haben sich bewusst gegen einen klassisch-typischen Eisdielen-Namen entschieden. „Claus lag nahe. Es ist Tims zweiter Vorname und Claudio ist unser italienischer Claus“, erklärt das Gründerduo.

Außerdem will das Claus – Untertitel Eismanufaktur & Deli – mehr als nur eine Eisdiele sein, sondern ein ausgefeiltes Konzept, das eine gastronomische Lücke in dem Neubau-Komplex Caleido und dieser Zone der Tübinger Straße schließen will. Egal ob Suppen, Salate, Sandwiches oder Kuchen, den Betreibern geht es wie beim selbstentwickelten Eis immer um natürliche Zutaten, Frische und Kreativität.

Rohbauelemente und viel Holz

Das Foodkonzept spiegelt sich auch im Look des Ladens wieder. Die Fläche im Caleido stand bis zum Claus noch leer und musste komplett neu gastro-technisch aufgesetzt und gestaltet werden. „Wir haben bewusst ein paar Rohbauelemente stehen gelassen, viel mit Holz gearbeitet“, sagen die beiden.

Das Herz im Claus ist die Eisküche, in der das Eis frisch hergestellt wird. Damit begann im Herbst 2014 die Gründungsgeschichte und zwar mit der ganz banalen Lust auf Eis. Nur hatten eben schon die meisten Eisdielen zu und zur Tanke wollte man nicht, in dem Eis „sind ja am Ende nur Zucker und Zusatzstoffe drin“. Und dann stellten sich Claudio Estasi und Tim Schaber die einfache wie folgenschwere Frage: Wie geht das eigentlich, Eis machen? „In dem Zuge ist unsere Fantasie mit uns durchgegangen und wir haben uns die verrücktesten Sorten ausgemalt. Eine eigene Eisdiele musste her!“

Ein eigener Eiswagen

Da es als Neulinge schwierig sei, an gute Gastroflächen zu kommen, entschied man sich zunächst für eine mobile Variante: Ein eigener Eiswagen. Die beiden fanden einen alten VW-Bulli, hübschten diesen zum „Claus-Bulli“ um und bewarben sich um einen Platz auf diversen Streetfood-Märkten. Der erste Einsatz folgte im Mai 2015 beim Streetfood Markt am Nordbahnhof. Danach war man in aller Munde, der Bus wurde zur gerne gebuchten Attraktion und die neugewonnenen Fans lobten die Sorten wie gesalzenes Karamell, Zitrone-Basilikum und das Super-Duper-Schoko in den höchsten Tönen.

Das Handwerk auf der Eis-Uni gelernt

Das kommt nicht von ungefähr. Tim Schaber und Claudio Estasi haben, bevor die ersten Kugeln überhaupt durch die Bus-Theke hinaus geschoben wurden, eine „Eis-Universität“ besucht und mit Zertifikat abgeschlossen. „Wir wollten es von Anfang an richtig machen und haben uns zu einem Kurs bei der Carpigiani Gelato University angemeldet“, sagen sie. Dort lernt man erst mal wenig über kreatives Eismachen, sondern es geht mehr um Lebensmittelchemie, Physik und Mathematik. Und was macht ein gutes Eis aus? „Nur hochwertige Zutaten und ein ausgefeiltes Rezept machen ein Eis perfekt. Gutes Eis ist zudem nicht zu süß. Je höher der Fruchtgehalt, desto weniger Zucker braucht es.“

Das Claus-Eis sei frei von künstlichen Hilfsstoffen, versprechen die Macher, also keine Zusatz- und Konservierungsstoffe, keine Emulgatoren und keine Geschmacksverstärker. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal sei die stetige Suche nach neuen Kombinationen: „Man bekommt ja im Restaurant zum Beispiel den Ziegenkäse mit Feigen serviert, solche Kombis gehen auch beim Eis.“ Für die nicht ganz so mutigen Kunden bieten sie das „Probiererle“ an, ein kleiner Löffel zum Testen, bevor man sich zum Beispiel für eine Kugel Zitrone-Basilikum entscheidet.

Eis verkaufen, sagen die beiden, mache einfach Spaß. Die Leute stehen mit einem Lächeln in der Schlange: „Jeder freut sich über ein Eis.“ Eis-Verkäufer scheint also ein schöner Job zu sein, wenn die Leute sogar gerne etwas länger und ohne zu murren warten. „Eis geht einfach immer und das wird wohl auch immer so bleiben.“

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