Neubau der Wache 3 in Bad Cannstatt DRK wartet auf die Baugenehmigung

Von Uli Nagel 

Das Deutsche Rote Kreuz gibt seinen Standort der Rettungswache 3 im Bellingweg auf. Der Grund: Durch die Umstrukturierung im Neckarpark ist eine Verlegung notwendig geworden. Die Suche nach einem geeigneten Gelände per Gutachter und nach Länderrichtlinien war mühsam.

Am 1. Dezember ist die DRK-Rettungswache 3 im Veielbrunnen-Gebiet Geschichte. Foto:  
Am 1. Dezember ist die DRK-Rettungswache 3 im Veielbrunnen-Gebiet Geschichte. Foto:  

Bad Cannstatt - Das Deutsche Rote Kreuz gibt seinen Standort der Rettungswache 3 im Bellingweg auf. Der Grund: Durch die Umstrukturierung im Neckarpark ist eine Verlegung notwendig geworden. Die Suche nach einem geeigneten Gelände per Gutachter und nach Länderrichtlinien war mühsam. Denn in der Landeshauptstadt gibt es nur wenig geeignete Flächen, die auf der einen Seite zentral gelegen und gleichzeitig relativ gut an das Straßennetz angebunden sind.

Die DRK-Verantwortlichen waren deshalb froh, dass eine Anfrage beim städtischen Klinikum auf positive Resonanz stieß. Denn beim Krankenhaus Bad Cannstatt gibt es einen Mitarbeiter-Parkplatz in Nachbarschaft zum Mehrgenerationenhaus und dem Zollamt. Obwohl bei der Vorstellung des Projekts im Bezirksbeirat Bad Cannstatt Bedenken und Kritik von den Fraktionen geäußert wurden, gab es schlussendlich grünes Licht im Gemeinderat.

Platz für drei Rettungsfahrzeuge

Jetzt soll auf dem Mitarbeiter-Parkplatz ein eingeschossiger Funktionsbau auf einer Baufläche von knapp 840 Quadratmetern entstehen. Er bietet Platz für die insgesamt drei Rettungsfahrzeuge samt Werkstatt und Waschanlage sowie für die Räume der DRK-Mitarbeiter. Die Gesamtnutzfläche beträgt rund 530 Quadratmeter, wobei die künftige Rettungswache 3 als Ausbildungsstandort vorgesehen ist und entsprechende Räumlichkeiten braucht. Die Kosten bezifferten die DRK-Verantwortlichen auf gut zwei Millionen Euro. Auswirkungen auf das Klima hat der Flachbau keine und mit erheblichen Lärmbelästigungen sei nicht zu rechnen. Zu- und Abfahrt erfolgt über die Martha-Schmidtmann-Straße und den kleinen Kreisverkehr.

„Im Herbst wollen wir beginnen“, sagt Udo Bangerter, Sprecher des DRK-Landesverbands. „Wir warten allerdings immer noch auf die Baugenehmigung.“ Das Problem: Das Grundstück im Bellingweg ist längst verkauft worden und der Großteil der Gebäude leer. Einzig die Bereitschaftsfahrzeuge stehen noch in den Garagen. „Ein Ersatzgelände oder entsprechende Gebäude haben wir bisher im ganzen Stadtgebiet nicht finden können“, sagt Udo Bangerter, der weiß, dass die Zeit allmählich knapp wird. Denn auch die Garagen im Veielbrunnen müssen zum 1. Dezember leer sein. Dabei handelt es sich um große Fahrzeuge wie etwa Transporter oder technische Fahrzeuge, die nur in Katastrophenfällen zum Einsatz kommen. „Das Gelände am Krankenhaus Bad Cannstatt kommt auf keinen Fall in Frage – es ist viel zu klein“, so Bangerter.

„Keiner mag eine Rettungswache vor der Haustür“

Dass Einrichtungen wie Feuerwehr, Rettungsdienste oder die Polizei – wenn es um Umzug oder Neubau geht – immer ganz besonders in der Diskussion und auf dem Prüfstand bei der Bevölkerung stehen, ist nicht neu und auch Udo Bangerter bekannt. Die Erfahrung machte erst vor einigen Jahren die Polizei, als sie das Revier 6 von der Wiesbadener Straße an die Martin-Luther-Straße verlegen wollte. Und auch die Abfallwirtschaft Stuttgart, die neue Flächen für ihre Betriebshöfe sichtet, sind nicht unbedingt gern gesehene Nachbarn. „Keiner in Stuttgart möchte eine Rettungswache vor der Haustür haben – aber dennoch so schnell wie möglich im Ernstfall gerettet werden.“ Mit diesen Worten hatte DRK-Geschäftsführer Frieder Frischling damals die zum Teil harsche Kritik an den Umzugsplänen gekontert.

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