Von außen sieht die neue Feuer- und Rettungswache 5 in der Sigmaringer Straße in Möhringen schon seit Monaten so aus, als könnte gleich ein Löschzug mit Blaulicht aus den Hallen ausfahren. Beim Spatenstich im Juli 2019 hatte man noch mit einer zweijährigen Bauzeit gerechnet. Es kam jedoch immer wieder zu Verzögerungen – nach wie vor steht der Neubau leer.
Natürlich hatte sich die Corona-Krise und die damit verbundenen Lockdowns auf die Baustelle ausgewirkt. Mitten in der für den Ausbau kritischen Phase sei es laut Stadt zu Lieferschwierigkeiten bei Herstellern und Personalengpässen bei den Handwerksbetrieben gekommen. Unter anderem ließ der Einbau von Fenstern und der Glasfassade auf sich warten. Es folgte eine Kettenreaktion, die mit den Firmen vertraglich vereinbarte Ausführungszeiten wurden deutlich überschritten. In 2023 kamen noch zwei Wasserschäden hinzu – einer in der Fahrzeughalle, einer am Dach.
Der Neubau in Möhringen kostet rund 60 Millionen Euro
Jetzt ist offenbar Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Laut dem Baubürgermeister Dirk Thürnau ist die bauliche Fertigstellung der Filder-Wache Ende dieses Monats vorgesehen, nach einer Inbetriebnahmephase sollen die Gebäude ab kommenden März genutzt werden. Das alte Gebäude in Degerloch soll noch bis Ende 2024 als Aus- und Weiterbildungszentrum für hauptberufliche und ehrenamtliche Kräfte genutzt werden. Danach soll das Gelände an die Abfallwirtschaft Stuttgart gehen.
Am Ende wird der Neubau in Möhringen mit rund 60 Millionen Euro zu Buche schlagen, knapp zehn Millionen Euro mehr als ursprünglich angenommen. Zum einen führten die Verzögerungen zu deutlichen Kostensteigerungen, aber auch die Baupreise sind stärker gestiegen als noch vor dem Baustart erwartet. Darüber hinaus wurde auf die Erfahrungen der Pandemie reagiert und die Hygieneausstattung entsprechend angepasst. Die bauliche Sicherheit der Wache, die eine Nutzfläche von rund 9000 Quadratmetern hat, wurde ebenfalls nachträglich erhöht, hier listet die Stadt Kameras im Innenhof und ein Rollgittertor an der Hofeinfahrt auf.
Gemeinderat hat die Mehrkosten abgesegnet
Eigentlich sollten die Mehrkosten bereits im vergangenen Frühjahr vom städtischen Gemeinderat abgesegnet werden. Weil laut Stadt zahlreiche Nachträge zu Baupreissteigerungen und Bauzeitverlängerungen, teilweise in Millionenhöhe, angekündigt waren, habe man deren Eingang abgewartet, um die Gesamtkostenentwicklung realistisch einschätzen zu können. Diese Erstprüfung ist mittlerweile abgeschlossen, am vergangenen Dienstag wurde die Steigerung von 20 Prozent im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik durchgewunken, die Vorlage pauschal beschlossen.