Neubau in Waiblingen-Hohenacker Wilde Gerüchte um die Zukunft der Ortsmitte

Das Eiscafé in der Ortsmitte von Waiblingen-Hohenacker zieht bald aus. Foto: Gottfried Stoppel

Ein Neubau der Kreisbaugruppe in Waiblingen-Hohenacker bringt Veränderungen in der Ortsmitte. Was ist dran am Gerücht, dass Eisdiele und Seniorenheim weichen müssen?

Es tut sich einiges im Zentrum von Waiblingen-Hohenacker: Dort wächst derzeit nicht nur ein Wohn- und Geschäftsbau der Kreisbaugruppe in die Höhe – auch die Gerüchte sprießen. Dem Eiscafé Piccolino im gegenüber des Neubaus liegenden Dienstleistungszentrum der Kreisbaugruppe sei gekündigt worden, heißt es. Und auch die Bewohner des dort eingemieteten Seniorenzentrums Alexander-Stift Hohenacker müssten ausziehen. Auf der 2130 Quadratmeter großen Fläche, die dort dadurch frei werde, solle eine Unterkunft für Asylsuchende eingerichtet werden.

 

„Die Aussage stimmt nicht. Wir wissen nichts davon, und vonseiten des Alexander-Stifts gab es auch keine Kündigungen für die Bewohner“, sagt hingegen Steffen Wilhelm, der Pressesprecher der Diakonie Stetten. Diese hat die Räume für das Alexander-Stift von der Kreisbaugruppe angemietet. Auch die für die Kreisbaugruppe zuständige Pressestelle des Landkreises betont, an diesem Gerücht sei nichts dran. Weder sei den Senioren gekündigt worden, noch sei geplant, das Heim für Asylsuchende zu nutzen. „Mit dem Alexander-Stift besteht ein langfristiger Mietvertrag. Da Pflegeplätze stark nachgefragt sind und der demografische Wandel das Problem perspektivisch weiter verschärfen wird, liegt es nicht im Interesse der Kreisbaugruppe, den Vertrag mit dem Alexander-Stift zu kündigen“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme.

Kreissparkasse zieht in neue Räume

Die Kreisbaugruppe bestätigt allerdings, dass das Eiscafé Piccolino als einziger der Mieter aus dem im Jahr 2010 vollendeten Dienstleistungszentrum ausziehen muss, und zwar zum 31. März. Auch die Kreissparkasse Waiblingen zieht aus dem Gebäude aus. Aber freiwillig – in den wohl bis zum Frühsommer fertiggestellten Neubau gegenüber. Dort will sie sich mit einer Filiale einrichten, die mit rund 350 Quadratmetern deutlich mehr Platz bietet als die bisherige im gegenüberliegenden Gebäude.

Nur ein Gastronom soll den Dorfplatz bespielen

Auf der rund 210 Quadratmeter großen Fläche, die durch den Umzug der Bank und den Auszug der Eisdiele im Gebäude Karl-Ziegler-Straße 41 frei wird, möchte die Kreisbaugruppe als Vermieterin „ein zusammenhängendes gastronomisches Angebot“ herstellen. Bislang nutzt das Eiscafé eine Fläche von circa 52 Quadratmetern und bewirtschaftet in den Sommermonaten den vorgelagerten Dorfplatz. „Mit der Neuausrichtung zu einer gastronomischen Einheit wird die Ortsmitte für die Bürgerschaft aufgewertet, und ein möglicher Leerstand kann vermieden werden. Künftig könnten durch das Zusammenlegen 60 bis 70 Sitzplätze geschaffen werden. Dabei haben wir uns bewusst dazu entschieden, dass künftig nur ein Gastronom den Dorfplatz bespielen soll. Das hat den Vorteil, dass keine Konkurrenz auf engem Raum entsteht.“ Das ist bitter für die derzeitigen Betreiber des Eiscafés. Gegenüber der Zeitung wollen sie sich offensichtlich nicht äußern – beim Anruf legen sie ohne Kommentar den Hörer auf.

Der Name eines Interessenten für die Räume ist bekannt

Die Kreisbaugruppe versichert, es werde bei der Auswahl des neuen Betreibers „darauf geachtet, dass der Fortbestand der Eisdiele und eines Cafébetriebs erhalten bleibt“. Zudem solle der Dorfplatz in den Sommermonaten ein Treffpunkt für die Ortschaft sein, an dem die Menschen sich begegnen und Kaffee, Kuchen und Eis essen können. Derzeit führe man Gespräche „mit der Gastronomie zwecks Weiternutzung der frei werdenden Fläche“.

Während die vermietende Kreisbaugruppe sich zum Thema Nachmieter also noch bedeckt hält, sind auch hierzu bereits Gerüchte im Umlauf. Als ein Nachfolger ist Toni Greco im Gespräch. Er betreibt in der Scheuerngasse in der Waiblinger Innenstadt die Trattoria Bellovedere da Toni und bestätigt auf Nachfrage lediglich, dass er einer der Interessenten für die Räume in der Karl-Ziegler-Straße 41 sei – fest stehe aber diesbezüglich noch nichts.

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