Neubaugebiet in Remseck Viel Holz und Grün im Herzen des neuen Viertels
Für den zentralen Quartiersplatz im Remsecker Neubaugebiet in Neckarrems steht der Gewinner eines Architektenwettbewerbs fest – der aber auch nacharbeiten muss.
Für den zentralen Quartiersplatz im Remsecker Neubaugebiet in Neckarrems steht der Gewinner eines Architektenwettbewerbs fest – der aber auch nacharbeiten muss.
Bis zu 1000 Frauen, Kinder und Männer sollen einmal auf sieben Hektar im Neubaugebiet „Östlich Marbacher Straße“ im Remsecker Stadtteil Neckarrems ein Zuhause finden. Ein Teil davon wird sich rund um den 4200 Quadratmeter großen Quartiersplatz ansiedeln, der aber noch mehr leisten soll. Ziel ist, dort eine Art Herz des Viertels herauszubilden, einen Treffpunkt samt Bäckerei mit Café, Gemeinschaftsraum und einer Kita mit sechs Gruppen. Die Stadt hatte eigens einen Architektenwettbewerb ausgelobt, um zu erfahren, wie all diese Vorstellungen stimmig unter einen Hut zu bekommen wären. Letztlich gefiel der Jury unter Vorsitz von Architekt und Stadtplaner Sebastian Zoeppritz die Vision des Stuttgarter Büros Herrmann + Bosch am besten.
Wie Zoeppritz am Mittwoch bei der Präsentation des Wettbewerbergebnisses hervorhob, zeichne sich die Arbeit von Herrmann + Bosch insbesondere dadurch aus, dass sie die Kita als einzige als solitäres Gebäude konzipiert habe. Die Gestaltung und Organisation der Kinderbetreuung sei ständig im Fluss, der Träger stehe noch nicht fest. „Vielleicht ist es also gar nicht schlecht, wenn man einen Bereich hat, auf dem ein Gebäude entstehen kann, das nicht so sehr durch die Zwänge des darüber liegenden Wohnungsbaus vordefiniert ist, sondern einen gewissen Freiraum hat“, erklärte der Jury-Präsident.
Er lobte zudem, dass für die angedachten begrünten Fassadenteile genug Platz am Boden vorgesehen ist, damit die Pflanzen Wurzeln schlagen können. Ferner werde viel Holz eingesetzt, also ein nachhaltiger Rohstoff. „Das halten wir auch für richtig“, sagte Zoeppritz. Beton soll nur in der Tiefgarage und den Treppenhäusern verbaut werden. Neben der Kita mit Spielfläche sind in dem Entwurf drei mehrgeschossige Häuser geplant und ein Platz mit Aufenthaltsqualität, von dem aus das Café und die Bäckerei sowie die Betreuungsstätte zugänglich sein werden. In den drei Gebäuden sollen insgesamt 49 Wohnungen untergebracht werden.
Allerdings gibt es auch Punkte, an denen aus Sicht der Jury nachgearbeitet werden muss. In der Tiefgarage seien recht wenig Plätze nachgewiesen, sagte Zoeppritz – was damit zusammenhängt, dass in dem Siegerkonzept 90 Prozent der Wohneinheiten für Menschen mit schmalem Geldbeutel reserviert sein sollen, für die ein geringerer Autobedarf angenommen wird. „Wir sehen das ganze Gebiet und wollen das nicht an einer Stelle konzentrieren, sondern streben eine gute Durchmischung an. Wir wollen keine Gettoisierung“, betonte Oberbürgerbürgermeister Dirk Schönberger. Der Anteil an geförderten Wohnungen soll aufs ganze Neubaugebiet bezogen 15 Prozent betragen.
Über solche Dinge wird die Stadt nun mit den Architekten verhandeln, damit das Projekt verwirklicht werden kann. Eher eine Formalie dürfte sein, dass der Gemeinderat das Votum der Jury noch bestätigen muss, die insgesamt fünf Arbeiten auf Herz und Nieren geprüft hat. Alle Büros hatten gleich einen Bauträger an der Hand. Die Erschließung des Areals soll 2025 beginnen, 2026 könnten die ersten Häuser errichtet werden. Wann genau die Bagger am Quartiersplatz anrücken, um das Sieger-Konzept aus dem Wettbewerb zu realisieren, lasse sich aktuell nicht exakt terminieren, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe.