ARD-Miniserie „How to Tatort“ Beim Bremer „Tatort“ ist auch nicht alles lustig

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Neugierig auf das neue Bremer „Tatort“-Team – immerhin mit zwei toughen Frauen und einem Ex-„Game of Thrones“-Helden? Die Miniserie „How to Tatort“ in der ARD-Mediathek gewährt jetzt tiefe Einblicke . . .

Das neue Bremer „Tatort“-Team (von links): Luise Wolfram, Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim Foto: Radio Bremen/Matthias Hornung 8 Bilder
Das neue Bremer „Tatort“-Team (von links): Luise Wolfram, Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim Foto: Radio Bremen/Matthias Hornung

Bremen - Wissen die Schauspieler des neuen Bremer „Tatort“-Teams eigentlich, dass sie für den Sender nur die zweite Wahl waren? Wie ist wohl Jasna Fritzi Bauer an ihre Rolle gekommen, obwohl sie im realen Leben für den Polizeidienst viel zu klein wäre? Warum hat Luise Wolfram Cashews in ihren Keksteig gemischt, obwohl sie ganz genau wusste, dass Dar Salim unter einer heftigen Nussallergie leidet? Und kann es wirklich sein, dass der Däne Salim gar kein Deutsch spricht und darum stets ein Dolmetscher in der Nähe sein muss?

Mit einer Miniserie namens „How to Tatort“, die von diesem Freitag an in der ARD-Mediathek zu sehen ist, will Radio Bremen der Fangemeinde noch mehr Appetit auf sein neues „Tatort“-Ermittlerteam machen. In sechs Episoden à zwölf Minuten gewinnt der Zuschauer tiefe Einblicke, wie es hinter den Kulissen einer solchen TV-Großproduktion wirklich zugeht und wie es zwischen den Schauspielern, diesen Mimosen, ordentlich knallt . . .

Aber, Achtung: Das Ganze kommt zwar daher wie eine echte Doku, aber natürlich würde das Erste niemals wirklich Einblick in die „Tatort“-Produktionsrealität gewähren. „How to Tatort“ ist eine sogenannte Mockumentary, also eine Fake-Doku. Die Kamera tut zwar so, als wenn sie bei realen Ereignissen dabei wäre, und zwischendurch gibt es Interview-Szenen, in denen die Schauspieler genervt mit den Augen rollen und so wirken, als wenn sie gerade die Karten auf den Tisch legen. In Wirklichkeit ist aber von A bis Z alles gespielt und ausgedacht – Letzteres von Sebastian Colley, der auch für das ARD-Satireformat „Kroymann“ (eben mit Maren Kroymann) die Bücher schreibt.

Ja, es stimmt: Dar Salim war bei „Game of Thrones“ dabei!

Das, was er sich hier mit seinem Team für die sechs Episoden ausgedacht hat, bleibt ein bisschen arg im Rahmen des Erwartbaren und ist auch stilistisch recht brav. Immerhin macht es Spaß, die drei Neuen zu erleben – die kühle Luise Wolfram, die als Spezialermittlerin des Bundeskriminalamtes schon beim alten Bremen-„Tatort“ mitgemischt hat; die wunderbar selbstbewusste Jasni Fritzi Bauer, die als Theaterschauspielerin längst kübelweise Ruhm und Ehr eingeheimst hat; schließlich der syrisch-dänische Kerl Dar Salim, den die „Game of Thrones“-Fans dieser Welt noch als sommerlich leicht bekleideten und leider viel zu früh verstorbenen Reiterkrieger Qotho aus der ersten Staffel in Erinnerung haben.

Ein mutiger Charaktermix, den Bremen da ausgeheckt hat – der erste Fall („Neugeboren“) wird gerade gedreht und soll im Frühsommer 2021 ins Programm. Nehmen wir einfach mal an, die Produktion von „How to Tatort“ diente in erster Linie dazu, dass sich die drei Neuen unter realen Studiobedingungen besser kennenlernen. Denn als Serie wirkt alles nur wie eine Fingerübung.

How to Tatort Die sechs Episoden sind von 20. November an in der ARD-Mediathek verfügbar.




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