Sind Ufos in der City hinter Breuninger gelandet? Oder haben die Leuchtaugen des Stuttgart-21-Bahnhofs kleine Geschwister entsandt? War am Ende gar ein Magier am Werk?
Rasch haben sich am Donnerstagsabend in einer Gasse des Dorotheen-Quartiers die neuen Bubbles aus Plexiglas gefüllt, in denen Käse- oder Fleischfondue für gesellige Runden serviert wird. Acht Personen können in einem Iglu Platz nehmen, in dem es kuschelig warm ist. Passanten, die noch nichts von der neuen Attraktion wussten, staunten nicht schlecht. Etliche wollten auf der Stelle eine der kleinen Pop-up-Gaststuben buchen, die bis zum 22. Dezember ein neues Erlebnis im vorweihnachtlichen Stuttgart bieten wollen.
Ein Schnäppchen ist’s nicht. Pro Person verlangen die Gebrüder Trautwein von der Möhringer Linde, die in Baden-Baden die Gourmet-Bubbles entdeckt hatten und nun nach Stuttgart bringen, 69 Euro, inklusive Zutaten sowie Wein und Wasser. Entstanden sind die Plexiglas-Iglus in den USA während der Pandemie, berichtet Maximilian Trautwein. Damals musste man sich selbst in großen Restauranträumen oder Hallen separieren. Deshalb setzte man vier bis acht Personen nach den Corona-Regeln abgeschirmt zusammen, also jede Blase für sich.
„Die Nachfrage ist sehr groß“, freuen sich die Trautwein-Brüder
Die Brüder haben sieben Leucht-Iglus gekauft und glauben, dass die hohe Investition sich in einigen Jahren auszahlen werden. Schon jetzt hat die neue Art des Fondue-Genusses voll eingeschlagen. „Die Nachfrage ist sehr groß“, freut sich der Wirt Maximilan Trautwein – so groß, dass das neue Angebot nicht nur auf die Abende beschränkt werden soll. Auch mittags werden die Halbkugeln geöffnet für alle, die Glühwein (für 4,50 Euro) oder Punsch trinken sowie Snacks essen wollen.
Die Iglus erstrahlen, Felle liegen auf den Stühlen drinnen, in der Ferne sieht man, wie sich das Riesenrad dreht. Eine weihnachtliche Dekoration mit Tannenbäumen soll noch folgen. Bedient werden die Gäste aus der künftigen Vinobar, die Janina von Essen, Geschäftspartnerin der Trautwein-Brüder, im nächsten Jahr im Dorotheen-Quartier eröffnet (in den Räumen eines früheren Modegeschäfts).
Im September 2024 eröffnen die Trautwein-Brüder das Restaurant Knitz am Marktplatz
Man trifft seinen Freundeskreis, also seine Bubble, in einem Bubble. Ist es nicht ein bisschen wie im Zoo, wenn lustige Runden ihre Gabeln unter dem durchsichtigen Schutzschirm in den Fondue-Topf stecken? Im Sommer kann man ebenso Menschen auf Außenterrassen beim Essen beobachten. Kartoffeln, Dips, Brot, Saucen, Gurken – eben alles, was zum Schweizer Nationalgericht gehört, ist im Preis inbegriffen.
Lange haben sich die Trautwein-Brüder, die im September 2024 das schwäbische Restaurant Knitz am Marktplatz eröffnen, durch viele Käsesorten durchprobiert, ehe sie ihre Wahl getroffen haben – für Lieferanten aus der Schweiz und aus der Region. Bei der Premiere gab es viel Lob von den Gästen. Nur im Netz kann man ein Iglu für bis zu acht Personen reservieren.