Neue Buslinien auf den Fildern „Störungen bewegen sich in einem üblichen Rahmen“

Seit Dezember sind die neuen Buslinien auf den Fildern im Einsatz. Viele Kunden beschweren sich seitdem über Unpünktlichkeit oder gar komplett ausfallende Busse. Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt, wie die Vorfälle zu erklären sind.

Die neuen Buslinien sind holprig gestartet. Foto: Malte Klein
Die neuen Buslinien sind holprig gestartet. Foto: Malte Klein

Filder - Die Beschwerden reißen nicht ab. „Die neuen Buslinien machen ihrem schlechten Ruf alle Ehre“, schreibt beispielsweise Jutta Michel in der Facebookgruppe Filder-Pinnwand, und gleich kommentieren mehrere andere mit ähnlichen negativen Geschichten: Der Bus kam nicht, der Busfahrer hatte Kopfhörer auf, der Busfahrer kannte die Tarife nicht.

Schon mehrfach hat unsere Zeitung darüber berichtet. Wie kommt es dazu, dass zwei Monate nach der Umstellung die Busse der neuen Linienbündel anscheinend immer noch nicht problemlos fahren? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt. Die ist zuständig, weil Friedrich-Müller-Omnibus (FMO), die ausführende Busfirma, eine Tochter der Bahn ist. Rund 35 Prozent der neuen Buslinien werden von der Firma Melchinger aus Aichtal als Subunternehmen von FMO abgedeckt.

Wie werden die Busfahrer geschult?

Laut Deutscher Bahn bekommen die neu eingestellten Busfahrer eine Schulung in Sachen elektronischer Fahrscheindrucker und Tarif, damit sie Fahrkarten korrekt ausgeben können. „Danach gehen sie mit einem erfahrenen Kollegen auf Streckenkunde“, erklärt ein Bahnsprecher. „Hier werden zusätzlich die bereits vermittelten Kenntnisse vertieft. In Abstimmung mit dem ‚Einlernfahrer‘ erfolgt der Einsatz auf der Linie ohne Begleitung.“ Geschult werden sie direkt von Mitarbeitern von FMO.

Wie kommt es dennoch zu Beschwerden, dass die Fahrer die Strecke oder die Tarife nicht kennen?

„Sollte es zu Fehlleistungen kommen, gehen wir ihnen nach und steuern, wo erforderlich, gegen“, sagt der Bahnsprecher auf Nachfrage, dazu gehörten auch Nachschulungen. Weitere Auskünfte könne er nicht geben, dazu brauche es Angaben zu den konkreten Vorfällen, mit Busliniennummer, Datum und Uhrzeit. Mit diesen Angaben solle man sich an den DB-Kundendialog wenden, unter der Nummer 0711/65 22 26 67 oder aber an die Mail-Adresse: dbregiobusbw@deutschebahn.com.

Wie kommt es zu den Verspätungen oder Busausfällen?

„Wir fahren im Linienbündel Esslingen 1 jährlich über 1,7 Millionen Linienkilometer und führen täglich über 400 Linienfahrten durch“, erklärt der Bahnsprecher. „Störungen im Betriebsablauf – hierzu gehören auch Fahrtausfälle – bewegen sich aktuell in einem absolut üblichen Rahmen und sind keinesfalls signifikant.“ Die Gründe für Fahrtausfälle seien vielfältig, beispielsweise könnten dies technische Defekte, Unfälle oder Verspätung aufgrund von Verkehrslage oder Witterung sein. „Obwohl wir über entsprechende Betriebsreserven verfügen, ist es gerade in diesem hoch vertakteten Liniengebiet nicht immer möglich, umgehend für Ersatz zu sorgen“, so der Sprecher.

Dass es immer noch Beschwerden der Kunden gibt, sieht man bei der Bahn anders. Der Sprecher erklärt: „Wir waren und sind regelmäßig vor Ort und können daher die pauschale Aussage, dass die Beschwerden der Kunden vor Ort nicht abreißen, leider so nicht nachvollziehen.“




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