Neue Schule in Fellbach Angehende Pädagogen feiern ihr erstes Fest

Bei der Schulparty wurden auch Siebdruck-Session angeboten. Foto: Gottfried Stoppel

Vor gut drei Jahren wurde in Fellbach die Freie Duale Fachakademie für Pädagogik eröffnet. Inzwischen werden dort 120 Menschen ausgebildet. Doch am Wochenende wurde dort vor allem gefeiert.

Fette Bässe wummern durch das Treppenhaus, kombiniert mit schnellen Beats. Doch niemand rund um die Kienbachstraße 20 in Fellbach beschwert sich an diesem Samstagabend über den Lärm. In den Kindertagesstätten in den unteren Stockwerken, mit denen die Fachschule eng zusammenarbeitet, ist niemand. Darüber – in Klassen- und Gruppenräume mit einem Balkon, der um das Gebäude herumgeht – ist die Freie Duale Fachakademie (FDFP) für Pädagogik untergebracht, die am Wochenende ihr erstes Fest gefeiert hat. Gäste waren aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schülern und auch einige Neugierige, darunter Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner.

 

Die Schüler sind zwischen 16 und über 50

Bildung feiern – das war das Motto der Party „Kappel Hill“ in der FDFP in Fellbach. Die Schule wurde im September 2020 eröffnet und bildet derzeit rund 120 Erzieherinnen und Erzieher aus; die Jüngsten sind 16, die Ältesten über 50. Getragen wird die private Schule von der Konzept-e für Bildung und Betreuung gGmbH mit Sitz in Stuttgart, einem Trägernetzwerk für „innovative Bildungs- und Betreuungskonzepte“.

Drei unterschiedliche Ausbildungsgänge bietet die Schule an: Zum einen die praxisintegrierte Ausbildung (PiA), dann das Berufskolleg Sozialpädagogik sowie den Direkteinstieg, der sich an Menschen richtet, die bereits ein Studium oder eine Ausbildung haben oder wieder in die Berufswelt zurückkehren wollen. Der erste Jahrgang der Schule habe die Prüfungen hinter sich, sagte Corinna Zerner, die Schulleiterin in Fellbach. „Und alle haben bestanden.“

Beruf wurde zuletzt stark aufgewertet – auch finanziell

Mit „Kappel Hill“ wollte sich die Schule der Öffentlichkeit präsentieren sowie Interessierte informieren. „Und wir wollen die unverzichtbare Rolle von Bildung und all jenen feiern, die sie gestalten. Dazu gehört auch unser ganz tolles Lehrerteam.“ Der Beruf sei in den vergangenen Jahren, auch finanziell, deutlich aufgewertet worden, sagt Corinna Zerner. Zwar müssten sie noch niemanden abweisen, aber das Interesse sei da, auch bei Männern, die mehr als ein Drittel der Schüler ausmachten. „Der Job bringt viele Möglichkeiten mit sich, man kann mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von null bis 21 Jahren arbeiten.“ Und das Schöne am Beruf sei, dass man über Jahre sehen könne, wie sich Kinder entwickelten.

„Menschen bilden sich ganz individuell, ausgehend von ihren Interessen und in Interaktion mit anderen.“ Dieser Satz steht für das Selbstverständnis der privaten Fachschule in Fellbach. Der Träger und dessen Einrichtungen – die Konzept-e unterhält 43 Kinderhäuser, die Mehrzahl davon in Baden-Württemberg, aber auch einige in Nordrhein-Westfalen sowie drei Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher in Karlsruhe, Stuttgart-Vaihingen und in Fellbach – sehen es als ihren Erziehungsauftrag, Kinder zu innerlich freien, mündigen und starken Individuen zu erziehen.

Auch die Party am Samstag – mit DJ Kiti Arsa aus Stuttgart, Live-Visualisierungen mit der Graphic-Recording-Artistin Ines Schaffranek, Shirt-Siebdruck-Sessions mit frischen Designs sowie veganen Snacks und Drinks – war pädagogisch wertvoll. Immer wieder gab es Gesprächsrunden, in denen in Kleingruppen diskutiert wurde: „Was macht gute Bildung aus?“ oder „Junge Menschen und Zukunft: Was fällt Euch dazu ein?“, waren nur zwei von vielen Fragestellungen. Trotz des erzieherischen Mehrwerts selbst bei der fröhlichen Party, fühle sich Schule hier anders und gut an, sagte eine Erzieherin im ersten Ausbildungsjahr.

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